Editorial Bitte nicht wegschauen

  • Publiziert: 21.01.2012, Aktualisiert: 26.01.2012
  • Von Britta Krauss

News-Redaktorin Britta Krauss über Armut in der Schweiz. Ein Thema, bei dem zu lange nicht hingeschaut worden ist.

Die Schweiz gehört zu den reichsten Ländern der Erde. Und doch lebt mitten unter uns eine Mutter, die ihre Bluse gegen Kartoffeln eintauschen musste, um ein Weihnachtsessen für ihre Kinder zu kochen.

Und: Diese Mutter ist nicht allein. Laut aktuellen Zahlen leben rund 900 000 Menschen in der Schweiz unter dem Existenzminimum. 260 000 davon sind Kinder. Kinder, für die ein Stück Fleisch Luxus ist.

Das bedeutet, jeder achte Schweizer ist arm. Das ist nicht nur traurig. Das ist eine Schande! Niemand darf in einem Land des Überflusses hungern!

Am schlimmsten sind für die Betroffenen nicht Hunger oder Verzicht. Am meisten leiden sie unter sozialer Ausgrenzung. Arme Kinder können nicht mithalten, wenn es um coole Marken-Kleider geht. Arme Erwachsene müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, an ihrer Situation selber schuld zu sein.

Doch wie soll eine alleinerziehende Mutter arbeiten gehen, wenn die Kita zu teuer ist? Wie ein armes Kind sich hocharbeiten, wenn dazu die teure Ausbildung verbaut ist?

Armut in der Schweiz – höchste Zeit, dass wir aufhören, wegzuschauen!

play Britta Krauss, Redaktorin News

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