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Wann sind Sie glücklich?
Lemmy Kilmister: Auf der Bühne mit meinen Jungs. Oder im Bett mit einem meiner Mädels.
Wie viele haben Sie momentan?
Sechs. Zwei schon etwas länger. Vier sind neuer. Ich bin nicht gemacht für Monogamie.
Immer noch nicht? Sie werden Ende Monat 65 Jahre alt.
Freundchen, sehe ich etwa tatterig aus? Die Haut ist schön straff, der Geist scharf geblieben. Die Ladys beklagen sich nie.
Sie färben sich auch die Haare.
So eitel bin ich. Will ja nicht ausschauen wie Willie Nelson.
Sie rauchen Kette, trinken ununterbrochen Whiskey. Wann waren Sie das letzte Mal betrunken?
Ewig nicht mehr. Ich trinke täglich eine Flasche Jack Daniels. Ich mag den Geschmack. Bin mittlerweile immun gegen den Alkohol. Ich mixe aber auch nicht. Alkoholische Getränke zu mischen, ist fatal. Das musste ich schon als Teenager in der Bar an unserer Strasse lernen.
Schon mal Blut gespendet?
Wurde noch nie aufgefordert. Aber es würde wohl den stärksten Bullen niederstrecken.
Seit bald fünf Jahrzehnten touren Sie um die Welt ...
Nicht neidisch werden, Freundchen. Ich darf reisen, schlafe in tollen Hotels mit tollen Frauen. Wo ich auftauche, sind die Menschen glücklicher als vorher.
Keine Lust auf Rente?
Was soll das? Da würde ich doch gleich schrumpfen wie ein Apfel in der Sonne. Der Mensch braucht eine Aufgabe im Leben. Hat er keine mehr, geht er ein. Ich bin one happy Bastard!
Ihr Geheimnis?
Erkennen, was man kann. Und wichtiger: Akzeptieren, was man nicht kann. Da hadert man auch nicht dumm rum.
Zufriedener als vor 20 Jahren?
Vor allem cleverer. Das Alter macht weiser. Nur hören leider immer weniger Leute auf dich, wenn du ein alter Furz bist.
Was stimmt Sie traurig?
Wenn Freunde sterben. Das ist das schlimmste am Älterwerden: Hat man die 50 überschritten, fallen die Freunde rundherum runter wie tote Fliegen.
Angst vor dem Tod?
Nicht, so lange es schnell geht. Ein langsamer Tod wäre der Graus. Monatelang im Spital liegen mit Schläuchen in der Nase und einem Lätzchen. Horror.
Bedauern Sie etwas im Leben?
Nein. Man kann die Vergangenheit nicht ändern. Aus Fehlern lernen und mit dem Leben weitermachen – das ist mein Motto.
Ihr grösster Luxus?
Selbstbestimmung. Ich arbeitete mal in einer Fabrik. Ich fühlte, wie mein Gehirn abstarb. Den ganzen Tag musste ich über Fussball quatschen – oder schlimmer: über Sex. Mit Typen, die alle schon seit Jahren keinen mehr hatten. Hab heute noch Kumpels, die sich dort abrackern. Am Ende werden sie pensioniert und kriegen für 20 Pfund eine Uhr geschenkt.
Zum Glück haben Sie den anderen Weg gewählt.
Das war kein Glück, Freundchen. Das war meine Wahl.
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Immun gegen Alkohol: Lemmy Kilmister. (Getty)