Billig ist nicht nur die Ausrede China-Randsteine nerven Baselbieter

BASEL - Stunk im Baselbiet: Der Kanton Baselland kaufte tonnenweise Randsteine aus China ein. Die Ausrede: Zu wenig inländische Hersteller. Nur einen Kanton weiter scheint dies kein Problem zu sein.

Basel-Land in Aufruhr: Verbauung chinesischer Randsteine gibt Streit play
In Basel-Stadt werden Randsteine aus dem Tessin verbaut. GEORGIOS KEFALAS

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Der Kanton Baselland hat in den vergangenen fünf Jahren für rund 400'000 Franken Randsteine verbaut. Diese wurden aus dem fernen China eingeliefert – in der Schweiz habe es zu wenig Hersteller, begründete die Regierung. 

Basel-Land in Aufruhr: Verbauung chinesischer Randsteine gibt Streit play
Florence Brenzikofer ist Grünen-Chefin und Landrätin. BAA_2015_01_27

Grünen-Chefin und Landrätin Florence Brenzikofer irritierte die Antwort der Baselbieter auf ihre Anfrage. Zu Recht: Denn grad nebenan baut der Nachbarkanton Basel-Stadt mit Produkten aus der Schweiz.

«Die Randsteine im Kanton Basel-Stadt stammen alle aus dem Tessin», sagt der Sprecher des Baudepartements, Daniel Hofer, zu «srf.ch».

Warum alles neu?

Brenzikofer vermutet, dass finanzielle Gründe hinter dem Entscheid für die chinesischen Steine standen. Als sie an einer der vielen Baustellen nachfragte, weshalb man hier neue Randsteine einsetze anstatt weiterhin die alten zu verwenden, habe man ihr geantwortet, dass es nicht drauf ankomme, da die Randsteine sehr billig seien, berichtet sie.

Die Politikerin will am Thema dranbleiben. Sie glaubt, trotz finanzieller Restriktionen sollte es möglich sein, die Randsteine im Tessin zu beziehen anstatt in China. «Ausserdem frage ich mich, ob man tatsächlich so viele Randsteine ersetzen muss oder ob man das nicht einfach deshalb tut, weil die chinesischen Steine billig sind», sagt Brenzikofer.

Lieber möchte sie für die einzelnen Steine mehr bezahlen, dafür aber weniger Steine kaufen. (kra)

Publiziert am 07.11.2016 | Aktualisiert am 07.11.2016
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  • Niko  Cord 08.11.2016
    Was viele hier wahrscheinlich noch nicht wissen: 40 Prozent aller Steine auf dem Bau kommen aus China, weltweit gerechnet... weiss ich auch erst seit ich mit der Branche in Kontakt kam. Wenn ihr einen Grabstein kauft, fragt wo denn der Stein herkommt, denn ich kenne einige Händler welche Ware aus China oder Indien als einheimische Handarbeit verkaufen. Die Qualität ist aber meist in Ordnung.
  • Rico  Derster 07.11.2016
    Nein, man MUSS die Steine NICHT ersetzen. Man WILL, weil das Budget ja gebraucht werden muss. Was in den Gemeinden alles unnötig gebaut und erneuert wird, das will man gar nicht wissen. Denn wenn man alles wüsste, würde wohl keiner mehr die Motivation finden am Morgen zur Arbeit zu gehen nur damit man diesen Unsinn mitfinanzieren kann.
  • Ronald  Schmid aus Miami
    07.11.2016
    Macht es wie Amerika, kauft alles von China und geht auch bankrott?

    Trump erkennts es eben, ohne Landesgrenzen kein Land und keine Jobs.

    Angefangen fuer Personenverkehr, Handelsprodukte, aber auch Minimal Standarde, punkto Herkunft und rechtsmaessigkeit. Nicht nur Umwelt, aber auch Kinderarbeit und Waherungsmanipulation.

    Genau so wurde Amerika versaut.
  • remo  balisto 07.11.2016
    Zu wenig Hersteller in der Schweiz? Wieviele braucht es den ganz genau, um hier einzukaufen. Interessant auch die Aussage, warum man die alten nicht mehr braucht, weil die neuen ja billig sind....Nun da in meiner Umgebung auch zu wenig Einkaufscenter sind, gehe ich jetzt halt im Ausland einkaufen und weil es so billig, ist kaufe ich viel ein und werfe das gebrauchte und noch brauchbare zu Hause, trotzdem weg....
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    07.11.2016
    Die Kosten-Ersparnis wird somit einfach über die Arbeitslosenkasse abgerechnet. Wenn wir nun sogar schon Steine in China kaufen, brauchen wir bald überhaupt keine Arbeiter mehr. Ein solch unverantwortliches Handeln von Behörden sollte eigentlich bestraft werden.