Iran hat in Davos «neue Ideen» Bewegung im Atomstreit

TEHERAN/DAVOS – Irans Aussenminister Mottaki spricht nach einem Treffen mit seinem brasilianischen Kollegen und einem Berater des französischen Präsidenten am Rande des WEF von «neuen Ideen».

  • Aktualisiert um 17.34 Uhr
Im Oktober letzten Jahres verhandelte die UNO-Sechsergruppe bereits mit dem Iran in Genf über die Atomfrage. Im Bild der Chef der iranischen Delegation Said Dschalili.- Keystone

Dabei geht es seinen Angaben zufolge insbesondere um Brennstoff für den iranischen Forschungsreaktor in Teheran. Die iranische Regierung hoffe, dass die neuen Vorschläge zu einem Ergebnis führten, sagte Mottaki laut der iranischen Zeitung «Bahar» und der Nachrichtenagentur Isna.

Der Iran hatte zuvor einen Vorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zurückgewiesen, Uran zur Anreicherung ins Ausland zu schicken. Danach sollte ein Grossteil des iranischen Urans zur Anreicherung nach Russland verschickt werden, bevor es in Frankreich zu Brennstoff für den Reaktor in Teheran verarbeitet würde.

Gespräche auch mit Calmy-Rey

Damit sollte verhindert werden, dass der Iran das Uran selbst anreichert und womöglich waffenfähiges Material herstellt. Es habe Unstimmigkeiten bei der Vorgehensweise gegeben, sagte Mottaki den Berichten zufolge in Davos. Diese seien von iranischer Seite nun aber behoben.

Mottaki traf sich im Bündner Kurort auch mit der Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey. Ob der Atomstreit ein Thema war, wollte der Informationschef des Aussendepartementes, Lars Knuchel, nicht sagen.

Die fünf Veto-Mächte des UNO-Sicherheitsrats – die USA, China, Russland, Grossbritannien und Frankreich – versuchen schon seit mehreren Jahren zusammen mit Deutschland, den Iran von der Entwicklung von Kernwaffen abzubringen. Die Führung in Teheran beharrt indes darauf, ihr Atomprogramm diene lediglich zivilen Zwecken. (SDA/b35))

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