«Besoffene sind abstossend»

  • Publiziert: 17.12.2008, Aktualisiert: 08.02.2012

ZÜRICH – DJ Antoine (32) nervt es, dass in den letzten Jahren immer mehr junge Betrunkene auf der Piste anzutreffen sind.

Antoine, du bist schon sehr lange in der Partyszene. Was hat sich in den Jahren veränder?
Mir fällt auf, dass immer mehr Kids Alkohol trinken. Und die Konsumenten werden immer jünger. Diese Tendenz finde ich tragisch. Generell finde ich besoffene Menschen abstossend.

Du selbst trinkst nicht?
Nein. Auch als Jugendlicher habe ich nie gesoffen. Meine Mutter hätte mir eine verpasst, wäre ich betrunken nach Hause gekommen. Wenn Jugendliche zu trinken beginnen, ist das meist ein Zeichen von mangelnder Erziehung. Da müssen sich die Eltern an der Nase nehmen.

Deine Mutter hat also super Arbeit geleistet.
Absolut. Sie hat mich auf meinem Weg immer unterstützt, aber auch kritisiert. Ich hätte mit 15 nie bis morgens tanzen gehen dürfen, wie das die Kids heute dürfen.

Hätte sich deine Mutter für dich keinen konventionelleren Beruf gewünscht?
Das schon. Wir hatten manche Diskussionen über meine Berufswahl, aber ich habe ihr gezeigt, dass ich es ernst meine und an meinem Traum arbeiten will. Mittlerweile arbeitet meine Mutter für mich und macht die Buchhaltung.

Du bist ein Musiker, der polarisiert. Woran liegt das? Ich bin ein Individualist und versuche, mich immer neu zu erfinden. Früher war ich in der Hip-Hop Szene aktiv, lief aber auch einige Jahre mit Springerstiefeln und langen roten Henna-Haaren herum. Ich gehe nicht nach Trends, sondern nach meiner Laune.

Wieso bist du beim House geblieben?
Weil House keinen Text braucht, ist es eine internationale Musikrichtung. Es verbindet Nationen und man kann sehr kreativ sein. (jwe)

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