Beni Huggel ist der Beste!

  • Publiziert: 19.10.2009, Aktualisiert: 10.02.2012
  • Von Heiko Ostendorp

Vor allem die Standards zählen zu den Stärken der Schweizer Nati. Was die Hitzfeld-Truppe sonst auszeichnet und wo es noch hapert – lesen Sie es in der grossen Bilanz der WM-Quali.

Tolle 21 Punkte, 6 Siege, 3 Remis. Das Debakel gegen Luxemburg wollen wir an dieser Stelle jetzt ein für alle Mal abhaken. Mit der endgültigen Qualifikation für Südafrika ist das 1:2 vergeben und vergessen.

Wir haben die Noten aus diesem Spiel gestrichen. Darunter sieben Mal die Note 1 (für Benaglio, Nef, Grichting, Magnin, Barnetta, Djourou und Stocker). Wir behalten lieber den Jubel nach dem 0:0 gegen Israel im Gedächtnis. Aber wie schaffte es die Nati eigentlich an die WM? Mit welchen Waffen haben wir die Griechen & Co. hinter uns gelassen. Was muss bis zum Turnier am Kap der Guten Hoffnung noch besser werden?

Die Analyse aller 10 Quali-Spiele zeigt: Vor allem in der Luft sind wir eine Macht – offensiv wie defensiv. Die letzten 7 Treffer erzielten wir alle per Kopf! Insgesamt markierte die Schweiz in der Ära Hitzfeld 14 der 24 Tore mit der Rübe – eine unglaubliche Quote. Auch in der Abwehr sind Grichting und Co. nahezu unbezwingbar: Von 62 gegnerischen Eckbällen seit der EM führte kein einziger zu einem Gegentor.

Überhaupt kann man die Defensive inklusive Goalie Diego Benaglio als Sahnestück bezeichnen. Sechs der letzten sieben Länderspiele beendete die Nati ohne Gegentor. Mehr als zwei Treffer kassierte die Defensive unter Hitzfeld noch nie – sackstark!

Vor dem gegnerischen Tor zeigten sich die Stürmer dafür äusserst kaltschnäuzig. Von 23 Grosschancen wurden 17 verwertet. Normalerweise wird nicht mal jede zweite Grosschance genutzt.

Als beste Waffe erwiesen sich die Standards. 54 Prozent der Tore fielen nach einem stehenden Ball. Hier zeigten sich Alex Frei (sechs Vorlagen) und Hakan Yakin (vier) als Meister der ruhenden Kugel.

Die Notenübersicht von BLICK und SonntagsBlick zeigt: Benjamin Huggel (32) ist der Klassenbeste. Sein Notendurchschnitt beträgt 4,75.

In die Quali-Wertung schafften es nur Spieler, die mindestens vier Mal benotet wurden. Das sind insgesamt 16. Die kaum oder gar nicht eingesetzten Spieler fallen raus – es handelt sich um 14 Akteure (Wölfli, Jakupovic, Leoni, Eggimann, Barmettler, Djourou, Smiljanic, Stocker, Ziegler, Dzemaili, Abdi, Regazzoni, Behrami und Von Bergen).

Das Flanken-Defizit

Es gibt im Schweizer Team auch noch viel Verbesserungspotenzial. Vor allem die Konter und Flanken waren während der Quali äusserst uneffektiv. Nur im Heimspiel gegen Griechenland schloss Padalino einen schnellen Gegenangriff mit einem Torerfolg ab. Von 200 Flanken seit der Euro führten nur läppische 4 zu einem Treffer. Davon fiel gar erst einer im Jahr 2009. Im April durch Blaise Nkufo gegen Moldawien.

Achtung, Herr Hitzfeld! 8 der 10 Gegentore fielen über die linke Abwehrseite. Da haben Ludovic Magnin und Christoph Spycher bis zur WM im nächsten Juni sicher noch Steigerungspotenzial.

235 Tage hat Hitzfeld Zeit, Stärken zu verbessern und Schwächen abzustellen. Dann heisst es HOPP SCHWIIZ in Südafrika!

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