Neue Spuren Zwickauer Neonazis mit Schweizer Autonummer

  • Publiziert: 30.11.2011, Aktualisiert: 03.01.2012

THÜRINGEN - Bei den Ermittlungen zum Neonazi-Terror führen Spuren auch in die Schweiz.

Seit Jahren gibt es Verbindungen aus der Schweiz in die rechtsextreme Szene Thüringens, berichtet der Sender MDR Thüringen.

Die drei Zwickauer Rechtsterroristen sollen bei einem Ferienaufenthalt auf der Insel Fehmarn ein Auto mit Schweizer Kennzeichen benutzt haben. Auch bei früheren Neonazi-Treffen in Thüringen seien immer wieder Fahrzeuge mit schweizerischen Nummern aufgefallen.

Grundlage seien Aussagen von Zeugen, die die drei Terroristen auf Fehmarn kennengelernt hatten, hiess es in dem Bericht. Die zwei Männer und eine Frau hatten seit 2005 immer wieder Urlaub auf der Ostseeinsel gemacht. Mehrere Ferienbekanntschaften hätten sich bei der Polizei gemeldet.

Mehr als 800 Waffen sichergestellt

Deutsche Behörden haben nach Angaben der «Berliner Zeitung» in den vergangenen zwei Jahren mehr als 800 Waffen bei Rechtsextremisten sicher gestellt. Dies geht offenbar aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Demnach wurden dem Bundeskriminalamt (BKA) 2009 und 2010 insgesamt 811 Waffenfunde aus dem Bereich der rechtsextrem motivierten Kriminalität gemeldet. Unter den sichergestellten Waffen waren in den vergangenen Jahren laut BKA auch 15 Faustfeuerwaffen, 16 Langwaffen und sogar 8 Kriegswaffen.

In den vergangenen zwei Jahren fand die Polizei in Deutschland 40 Spreng- und Brandvorrichtungen bei rechtsextremen Gruppierungen. Gas- , Luft- und Schreckschusswaffen wurden im selben Zeitraum 34 Mal sicher gestellt. Ferner stiessen die Ermittler auf 331 Hieb- und Stichwaffen sowie 210 Reizgaswaffen wie etwa Pfeffersprays.

Militante Rechte rüstet auf

«Immer mehr Waffenfunde bei Neofaschisten beweisen, dass die militante Rechte massiv aufrüstet», sagte die innenpolitische Sprecherin der Linke-Bundestagsfraktion, Ulla Jelpke, der Zeitung.

Waffenfunde bei Neonazis dürfen nicht länger als unpolitische Sammelleidenschaft von Waffennarren verharmlost werden. Jelpke forderte, dass Neonazis nun auch der Zugang zu legalen Waffen, wie er etwa über die Mitgliedschaft in Reservistenvereinigungen und Schützenverbänden möglich ist, abgeschnitten werden müsse. (SDA)

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