Zwei Wochen pro Monat Japaner schieben bis zu 80 Überstunden im Monat

Die häufigste Todesursache in Japan ist chronische Erschöpfung – kein Wunder: Japaner machen pro Monat bis zu zwei Wochen Überzeit.

Japaner machen 80 pro Monat Überstunden: Tod durch Erschöpfung play
Viele Angestellte in Japan arbeiten zu viel, wie die Regierung in einem Bericht zu chronischer Überarbeitung herausfand. (Symbolbild) KEYSTONE/Shizuo Kambayashi

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Japan ist das einzige Land, in dem es für Tod durch Überarbeitung ein eigenes Wort gibt: «Karoshi». Meist sterben die Opfer in Folge chronischer Erschöpfung an Hirn- oder Herzschlag.

Das Problem ist zwar nicht neu, doch die Regierung hat jetzt erstmals ein Weissbuch mit Daten zu Überstunden zusammengestellt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag berichtete. Demnach gaben 23 Prozent der befragten Unternehmen an, dass manche ihrer Mitarbeiter auf mehr als 80 Überstunden im Monat kommen.

Im vergangenen Steuerjahr, das am 31. März endete, erkannte das Arbeitsministerium demnach offiziell 93 Fälle von Selbstmord oder versuchtem Suizid in Folge von Überarbeitung an. Nach Daten der Polizei und Regierung wurden jedoch im vergangenen Jahr 2159 Selbstmorde registriert, bei denen unter anderem Probleme am Arbeitsplatz eine Rolle gespielt haben sollen. Das zeige, dass die vom Arbeitsministerium anerkannten Fälle wohl lediglich die Spitze des Eisbergs sind, hiess es.

Die Daten basieren auf Antworten von 1743 der 10'000 zwischen Dezember 2015 und Januar 2016 befragten Unternehmen. Zudem wurden die Angaben von rund 20'000 Mitarbeitenden ausgewertet. (SDA/stj)

Publiziert am 07.10.2016 | Aktualisiert am 07.10.2016
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10 Kommentare
  • Stephan  Stottele , via Facebook 07.10.2016
    Ist doch kein Problem - ich kenne viele, die das auch bei uns tun......
  • Peter  Muster aus Koppigen
    07.10.2016
    Überstunden sind übelstunden. Ich bin mir zudem zimlich sicher, wenn man statt 8 stunden am tag im büro nur 7 arbeitet, macht man deswegen etwas weniger pause und am abend ist genau gleich viel gemacht.
  • Erich Urban  Küpfer 07.10.2016
    Die Bevölkerungs-Zahlen in Japan sind rückläufig. Es fehlen Arbeitskräfte und dies wird sich in Zukunft noch verschlimmern. Zusätzlich toleriert Japan keine ausländischen Kräfte. Auch die Einstellung der jetzigen Arbeiter lässt sich mit der unsrigen in keiner Weise vergleichen. Sie ist viel intensiver und hat schon oft mit Suizid geendet. Die Lösung .... man baut Roboter und ist auf diesem Sektor schon sehr weit fortgeschritten. Wir übernehmen sie dann aus sogenannten "Spargründen".
  • Marcel  Hodel 07.10.2016
    Ich kenne die japanische Arbeitswelt auch einwenig. Die Überstunden sind mit Vorsicht zu bewerten. Alle sollen bleiben bis der Letzte seine Arbeit erledigt hat. Zudem sind die Japaner zwar fleissig, wegen der strikten Hierarchien aber sehr oft ineffizient.Es sind nun fast 25 Jahre seit dem Zusammenbruch der Bubbleeconomy znd die Wirtscaft hat sich bis heute nie richtig erholt.
  • Havi  Alrub 07.10.2016
    Nur mal langsam, ich lebte 5 Jahre in Japan und kenne das mit den Ueberstunden was nicht undedingt welche sein müssen den die gilt als Präsenzzeit, denn solange der Chef nicht geht, geht auch kein Mitarbeiter vom Platz ungeschriebenes Gesetz in der japanischer Arbeitswelt, wer auffällt fliegt aus dem Rahmen und das mögen die Japaner gar nicht.
    • Betty  Rüdisüli 07.10.2016
      Ich finde, das macht es nicht unbedingt besser. Dass der Chef am meisten arbeitet, sprich am längsten vor Ort ist, finde ich ok, für irgendwas ist man ja der Chef und bekommt einen entsprechend höheren Lohn.Ich würde auch Depressionen bekommen, wenn ich 14 h täglich im Büro "rumsitzen" müsste und warten, bis der Chef endlich geht.