Zwei Fehler führten zum Zugunglück von Bad Aibling (D) Verheerend! Falschen Knopf gedrückt

MÜNCHEN - Der Fahrdienstleiter von Bad Aibling hat gemerkt, dass er zwei Züge auf die gleiche Strecke leitete. Doch sein Alarmruf erreichte die falschen Leute. Beim Zugunglück im Februar starben elf Menschen.

Four dead, 150 injured in southern German train collision play
Beim Zugunglück in Bayern starben im Februar elf Menschen.  Keystone

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Knapp zwei Monate nach dem Zugunglück von Bad Aibling wird bekannt, dass der Fahrdienstleiter offenbar einen entscheidenden zweiten Fehler beging.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) spricht in der«Bild»-Zeitung von einer «tragischen Verkettung von gleich zwei Fehlleistungen» des Fahrdienstleiters.

Laut dem Bericht hatte der 39-jährige Fahrdienstleiter am 9. Februar gegen 6.45 Uhr aus dem Stellwerk in Bad Aibling die eingleisige Strecke zwischen Bad Aibling Kurpark und dem Bahnhof Kolbermoor für zwei Züge gleichzeitig freigegeben.

Der Mann habe laut «Bild» seinen Irrtum bemerkt und einen Warn-Funkspruch an die beiden Lokführer schicken wollen.

Dabei unterlief ihm offenbar ein verhängnisvoller Fehler. Herrmann: «Er hat – möglicherweise aus Aufregung – jedoch die falsche Taste gedrückt. Der Funkspruch ging an die Fahrdienstleiter in der näheren Umgebung. Die haben sich daraufhin bei ihm gemeldet. Daraufhin schickte der Fahrdienstleiter einen zweiten Funkspruch an die Lokführer. Diesmal drückte er die richtige Taste, aber da war es schon zu spät.»

Wenig später stiessen die beiden Meridian-Züge zusammen. Elf Menschen starben, 85 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Nach Aussage Herrmanns hätte das Unglück womöglich verhindert werden können, wenn der erste Funkspruch bei den Lokführern angekommen wäre.

Gegen den Fahrdienstleiter wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. (gf)

Publiziert am 29.03.2016 | Aktualisiert am 12.04.2016
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  • Peter  Leo 29.03.2016
    Manchmal muss man sich schon fragen, wie da teilweise gewurstelt wird. Bei einem modernen Stellwerk sollte es doch nicht mehr möglich sein, zwei Züge auf einspurigen Strecken so einfach gegeneinander fahren zu lassen. Das müsste doch mindestens doppelt abgesichert sein. Da war ja das System mit der Uebergabe von Stäben oder Ringen noch zuverlässiger.