MOSKAU – Ein Zugunglück nördlich von Moskau hat 39 Menschenleben gefordert. Die Ermittler gehen mittlerweile von einem Terroranschlag aus.
Der Schnellzug «Newski Express» war am Freitagabend von
Moskau nach St. Petersburg unterwegs. An Bord befanden sich über 660 Menschen. Um 21.34 Uhr Ortszeit rutschten plötzlich vier Waggons des Schnellzugs von den Schienen.Es war ein AnschlagErmittler fanden am Unfallort nahe der Stadt Bologoje ein trichterförmiges Loch mit einem Durchmesser von rund einem Meter. Das Loch wirkt «wie von einer Explosion», sagte ein Behördensprecher. Offenbar hörten mehrere Fahrgäste vor dem Entgleisen einen Knall. Die Behörden gehen daher mittlerweile davon aus, dass es sich um einen Terroranschlag handelt. Entsprechende Ermittlungen wurden eingeleitet.Weiterer Sprengsatz detoniertBei den Rettungsarbeiten ist am Unglücksort noch ein weiterer Sprengkörper hochgegangen. Zum Glück wurde dabei niemand verletzt. Die Bergungsarbeiten können weitergehen. Es werden noch rund 20 Menschen vermisst.Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf 39 gestiegen. 96 weitere Passagiere wurden verletzt. Das Schicksal von mindestens 18 Zugpassagieren ist noch ungewiss. Von Umleitungen und Verspätungen waren am Samstag rund 27000 Fahrgäste betroffen.2007: Anschlag auf der gleichen StreckeDer russische Präsident Dmitri Medwedew beauftragte den Inlandsgeheimdienst FSB mit Ermittlungen. Im August 2007 hatte es auf der gleichen Strecke einen Anschlag mit etwa 30 Verletzten gegeben. Die Verbindung zwischen Russlands grössten Städten ist vielbefahren, die Hochgeschwindigkeitszüge sind oft voll besetzt. (SDA/hgt)