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Viele der Gebäude in LAquila sind alt und baufällig. (AP)
Gioacchino Giuliani schlug vor einem Monat Alarm. Laut «repubblica.it» beobachtete der Seismologe die Freisetzung von Radon aus Erdrissen, was auf ein bevorstehendes Erdbeben schliessen lässt. Laut seinen Berechnungen sollte am 29. März ein schweres Beben die Region erschüttern.
Giuliani ist Forschungsmitglied der «Laboratori Nazionali del Gran Sasso», dem grössten unterirdischen Versuchslabor für Elementarteilchenphysik der Welt. Doch weil er mit seiner Prognose Panik auslöste und das Erdbeben vorerst nicht eintraf, leiteten die Behörden eine Strafuntersuchung ein.
Nun muss sich der Zivilschutz harte Vorwürfe gefallen lassen. Da es in den letzten Wochen mehrere kleinere Beben gab, hätte man öffentliche Gebäude schliessen müssen. Vor allem die extrem gefährdeten alten und baufälligen Gebäude hätten geräumt werden müssen.
«Jetzt verlange ich eine Entschuldigung für alle Toten, die es in LAquila gegeben hat. Man hätte viele Menschenleben retten können, wenn man auf meine Worte gehört hätte. Die Erdbebenserie ist noch nicht zu Ende. Auch morgen wird es Nachbeben von einer Stärke bis zu vier nach Richter geben», sagt Giuliani heute.
Der EU-Parlamentarier Vittorio Agnoletto verlangt den Rücktritt von Zivilschutzchef Guido Bertolaso. «Das Drama hätte vermieden werden können, wenn man auf Giulianis Worte gehört hätte. Viele Menschenleben hätten gerettet werden können», so der EU- Parlamentarier.
Das Geophysik-Institut bekräftigt erneut, dass das Erdbeben in LAquila nicht vorhersehbar war. «Kein Mensch auf der Welt hätte dieses vorhersehen können. Niemand hätte aufgrund vager Prognosen Massnahmen für den Zivilschutz ergreifen können», meint Alberto Basili, Erdbeben-Experte des Geophysik-Institut.
(gca/SDA)