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Als die islamistischen Taliban die afghanische Bevölkerung noch in ihrem Hass auf alles Westliche knebelten, waren Hollywood-Steifen natürlich verpönt. Die Gotteskrieger wurden vor sechs Jahren von der Macht verdrängt – doch nun kriegts auch der Schweizer Regisseur Marc Forster mit der Zensur am Hindukusch zu tun.
Seine Verfilmung des Weltbestsellers «Drachenläufer» kommt in Afghanistan nicht in die Kinos. Begründung des Kulturministeriums: Eine Vergewaltigungsszene habe einen ethnischen Hintergrund.
In der umstrittenen Szene wird ein Junge, der der Minderheit der Hasara angehört, von einem Paschtunen-Jungen vergewaltigt. «Wenn ein Mitglied einer ethnischen Gruppe von jemandem einer anderen Gruppe angegriffen wird, sieht das so aus, als wäre die Herkunft der Grund dafür», sagte Kulturminister Nadschib Malalai der Nachrichtenagentur AFP. «Das kann nicht hingenommen werden».
Die vier Kinder, die in dem Film die Hauptrollen spielen, mussten Afghanistan verlassen. Ihre Familien fürchteten gewaltsame Reaktionen auf die umstrittene Szene.
Der Film, der morgen in den Schweizer Kinos anläuft, erzählt die Geschichte einer Jungenfreundschaft in Afghanistan vor dem Hintergrund der Geschichte des Landes. Er basiert auf dem Buch des in Afghanistan geborenen Arztes und Schriftstellers Khaled Hosseini, der in den USA lebt. (SDA/hhs)