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In den Niederlanden sind Kinder beim Koran-Unterricht in Moscheen angeblich Prügelstrafen ausgesetzt. In 49 derartigen Fällen erstattete die Stadtverwaltung von Den Haag jetzt Anzeige wegen Kindsmisshandlung, berichtete die Zeitung «de Volkskrant».
Spuren körperlicher Züchtigungen seien bei routinemässigen Untersuchungen von Zehnjährigen durch den staatlichen Gesundheitsdienst entdeckt worden. Auffallend viele Kinder, die am Koran-Unterricht teilnehmen, hätten Striemen und blaue Flecken gehabt.
Der Imam leugnet alles
Fast die Hälfte aller Fälle betreffe die Haager Al-Islam-Moschee. Deren Imam Al Bakkali wies alle Vorwürfe zurück und verlangte die Vorlage eindeutiger Beweise.
Nicht näher bezeichnete «Quellen in der marokkanischen Gemeinde» der Niederlande bestätigten der Zeitung zufolge, dass Kinder beim Koran-Unterricht «oft stark geschlagen» werden. Die Beweisführung sei aber schwierig, da Eltern es meist nicht wagen würden, sich offen dagegen auszusprechen.
«Es war höchste Zeit einzuschreiten», sagte ein Sprecher des Gesundheitsdienstes. Der Polizei und der Staatsanwaltschaft seien 49 Dossiers über Hinweise auf Verletzungen von Kindern durch Prügelstrafen übergeben worden.
6 Prozent der Niederländer sind Muslime
Knapp sechs Prozent der 16,5 Millionen Einwohner der Niederlande sind Muslime, wobei die meisten aus Marokko oder der Türkei stammen. In den grossen Städten ist ihr Anteil deutlich höher und erreicht in einigen Vierteln bis zu 30 Prozent. (SDA/s5j)