Zahnarzt bohrte bei Toten

  • Aktualisiert am 03.01.2012

COBURG (D) – 630000 Euro (über 1 Mio. Fr.): Um so viel soll ein Zahnarzt die Krankenkasse beschissen haben – mit Behandlungen von Patienten, die gar nicht mehr lebten!

Dieser Zahnarzt hatte echt kriminellle Energie: Die Anklage des Staatsanwalts ist 160 Seiten lang! Der Mann soll seine Angestellten angewiesen haben, den Kassen Patienten zu melden, die längst gestorben waren. Ausserdem wurden Namen für Patienten frei erfunden. Schliesslich sollen Dentallabore dem Mediziner zu seinen Gunsten falsche Rechnungen gestellt haben.

Entdeckt wurde der Betrug durch die Anzeige einer Krankenkasse. Die Versicherung hatte darauf hingewiesen, dass der Zahnarzt Abrechnungen von toten Patienten einreichte sowie von Schwerkranken, die bereits seit längerem in Kliniken waren.

Die Anklage vor dem Gericht im bayerischen Coburg wirft dem Mediziner jetzt vor, von 1999 bis 2004 59000 Einzelleistungen zu Unrecht abgerechnet zu haben: Deliktsumme umgerechnet 1 Million Franken.

«Es wird wohl alles stimmen», erklärte der Verteidiger. Sein Mandant könne sich aber nicht an jeden Einzelfall erinnern. Das kann man verstehen. (AP)

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