EDINBURGH - Fischer Hamish Currie (53) macht sich auf die Jagd nach einem Heringshai. Als er ihn fängt, wird er zum Gejagten.
Vor den Hebriden, einer Inselgruppe Schottlands wird wiederholt ein Hai gesichtet, der Jagd auf Robben macht. Als Fischer Hamish Currie (53) davon hört, wird sein Ehrgeiz gepackt – er will ihn fangen und markieren.
Er macht sich mit einer dreiköpfigen Crew auf die Jagd nach dem 200-Kilo-Tier. Am Mittwoch ist es soweit: Currie gelingt es, den zwei Meter langen Heringshai zu orten.
Eineinhalb Stunden dauert der Kampf, bis ihn Currie mit seinen Männern endlich ins Boot ziehen kann. «Als wir ihn näher zogen, veränderte sich sein Blick so wie es nur Haie können und ich wusste, dass er versuchen würde, alles um ihn herum zu zerstören.»
Der Hai an der Leine schnappt wütend um sich, verbeisst sich in die Bootswand und reisst ein Loch rein. Als die Männer ihn an Deck hieven, erwischt er Currie am Schuh, rammt seine messerscharfen Zähne hinein. Currie hat Glück: Er trägt Schuhe mit Stahlkappen. Es rettet seinen Fuss. Die oberste Schicht des Schuhs wird vom Hai völlig zerfetzt.
Der Fischer kann sich losreissen. Der Hai liegt an Deck, doch nähern können sie sich ihm nicht. Currie erzählt: «Wir konnten ihn nicht markieren, da er versuchte, uns zu erwischen.» Er habe sonst keine Angst vor Haien, aber: «dieser war furchteinflössend.»
Erst als der Hai erschöpft ist, können die Fischer ihn wieder ins Meer stossen. Hamish Currie sagt: «Ich habe eine Menge Haie in meinem Leben gefangen – aber das hier war ein ganz Böser.» (num)
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