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Ein Vergleich der «Flaggschiffe» macht klar: Die japanischen Walfänger sind den Tierschutz-Aktivisten vor allem bei der Masse überlegen – wie sich auch beim Crash gezeigt hat. (Grafik: Blick.ch/ent)
Der erbitterte Kampf um Leben und Tod der Wale in antarktischen Gewässern eskaliert: Gestern kam es zu einem Crash zwischen dem Walfänger Shonan Maru 2 und dem Walschützer-Schnellboot Ady Gil. Dessen Bug zersplitterte. Wenigstens konnten sich die sechs Umweltaktivisten vor dem Aufprall noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Jetzt tobt ein Streit um die Schuldfrage: Wer hat wen gerammt (Blick.ch berichtete). Doch eine andere Frage interessiert ebenso sehr: Wie kommen die Tierschützer zu ihrem Super-Boot, das aussieht wie eine schwimmende Version des Batmobils?
80 km/h schnell und getarnt
Ady Gil ist ein millionenschwerer Technikunternehmer aus Los Angeles – und hat ein Herz für Tiere. Deshalb spendete er der Tierschutz-Organisation Sea Shepherd (Meeres-Hirt) eine Million Dollar. Mit diesem Geld kauften die Umweltschützer im letzten Oktober das Schnellboot Earthrace und tauften es zu Ehren des Spenders in Ady Gil um.
Der Trimaran wird mit Bio-Diesel betrieben und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von über 80 Kilometer pro Stunde. Dank seiner schwarzen Karbon-Hülle ist er für das Radar anderer Schiffe nicht zu entdecken – die perfekte Waffe im Kampf gegen die Walfänger.
In der derzeitigen Aktion von Sea Shepherd, «Waltzing Matilda», war es die Aufgabe der sechs Mann Besatzung, die Walfänger mit Laserattacken zu blenden und sich zwischen die Wale und die todbringenden Harpunen zu bringen.
Erster Unfall mit drei Toten
Vor ihrer aktuellen Karriere als Schlachtschiff in Diensten der Umwelt brach die Earthrace den Rekord für die schnellste Weltumrundung eines motorisierten Boots: knapp 61 Tage brauchte sie dafür 2008.
Aber der Triumph wurde überschattet durch einen Unfall: Bei einem früheren Rekord-Versuch war die Earthrace in einer Märznacht im Jahr 2007 vor der guatemaltekischen Küste in einen Fischkutter gekracht. Dabei starben drei Fischer. Die Crew des Schnellbootes wurde jedoch von aller Schuld freigesprochen.
Jetzt folgte der zweite schwere Unfall des Bootes. Spender Gil zeigt sich in einem Interview mit der «Los Angeles Times» erschüttert. «Mein kleines Boot war da draussen, um die Wale zu schützen. Jetzt hat es eine gebrochene Nase und ist schwer beschädigt. Ob es je wieder repariert werden kann?»
Für den Fall, dass das nicht möglich ist, kündigt Gil schon mal trotzig an, dem Schnellboot eine kleine Schwester namens Ady Gil II bauen zu wollen.
Auch Starmoderator spendete Millionen
Mit seinem Engagement für die Wale ist Gil in bester Hollywood-Gesellschaft. Der frühere US-Starmoderator Bob Barker (86), der über tausend Folgen der US-Version der Sendung «Der Preis ist heiss» moderiert hat, spendete Sea Shepherd sogar 5 Millionen Dollar.
Das damit gekaufte Schiff Bob Barker – ein ehemaliger norwegischer Walfänger – war es, das die schiffbrüchige Crew der Ady Gil gestern aus der Seenot rettete. (hhs)
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Ein Foto, das die japanische Walfangbehörde veröffentlicht hat, zeigt, wie Besatzungsmitglieder der Ady Gil einen Laser gegen den Walfänger Shonan Maru 2 einsetzten. (Keystone)