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Wie ist Al Kaida aufgebaut?
Zuerst war Al Kaida («Die Basis») eine Liste islamischer Kämpfer. Osama Bin Laden (50) erstellte sie 1988 nach dem Krieg gegen die Sowjets in Afghanistan. Zehntausende aus aller Welt wurden in Terror-Camps ausgebildet. Sie kehrten heim, bauten Gruppen auf. Die Hierarchie war stark. Seit dem US-Einmarsch in Afghanistan 2001 hat sich Al Kaida dezentralisiert. Viele Zellen agieren autonom. Al Kaida eint sie als Marke. Nun scheint sich die Vernetzung aber wieder zu verstärken. Die Attentäter von Grossbritannien wuchsen nicht dort auf. Sie wurden wahrscheinlich gezielt eingeschleust.
Wo steckt Osama Bin Laden?
Da es von ihm seit langem keine direkte Botschaft mehr gibt, wird spekuliert, er sei tot. Die meisten Experten glauben aber: Bin Laden lebt. Er verstecke sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet, das von Stämmen kontrolliert wird.
Was ist das Ziel von Al Kaida?
Ein weltweiter Gottesstaat. 1998 sagte Bin Laden: «Der Befehl, die Amerikaner und ihre Verbündeten zu töten, ist eine Verpflichtung für jeden Muslim, um deren Armeen zu zwingen, allen muslimischen Boden zu verlassen.» Dann sollen sich alle Muslime vereinigen, um «eine Regierung zu errichten, die der Kalifen-Herrschaft folgt».
Woher stammt das Geld?
Tausende Firmen und Privatpersonen unterstützen Al Kaida über «Wohlfahrtsorganisationen». Saudische Vereine sammeln so jährlich 500 Mio. Fr. Das Geld geht an Moscheen und Koranschulen in Pakistan und Afghanistan. Dort werden die Schüler indoktriniert. Angebliche Hilfsorganisationen schicken auch Güter in Krisengebiete, wo diese verkauft werden – das Geld fliesst an Terroristen. Dazu kommt Bin Ladens Vermögen: ca. 400 Mio. Fr.
Ist speziell der Westen im Fadenkreuz?
Seit 9/11 gab es trotz Madrid und London relativ wenige Anschläge im Westen, dafür etliche in islamischen Ländern. Denn am meisten hasst Al Kaida arabische Regimes, die vom «wahren Glauben», der Gottesstaat-Idee, abgefallen sind
Welchen Einfluss auf Al Kaida hat der Irak-Krieg?
Der Irak-Krieg liefert Al Kaida beste Propaganda. Und der Irak ist der perfekte Ausbildungs- und Kampfplatz für Terroristen. Gegen 100 neue Dschihadisten reisen jeden Tag in den Irak.
Was ist die grösste Gefahr in Zukunft?
Dass die Terroristen an Nuklearwaffen gelangen! Das ist kaum zu verhindern: Jedes Jahr gibt es ein paar
Hundert Nuklear-Diebstähle. Eine «schmutzige Bombe», mit radioaktiven Substanzen bestückt, würde ganze Städte verseuchen.
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Ausbildungslager der Al-Kaida-Kämpfer in Afghanistan. (Reuters)