Pädo-Priester – jetzt handelt Rom «Wir wollen die Wahrheit aufdecken»

  • Aktualisiert am 03.01.2012
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ROM – Seit Ende Januar kamen Hunderte Missbrauchsfälle von deutschen Priestern ans Licht. Jetzt reagiert der Vatikan. Ein Sonderbeauftragter soll eingreifen.

Seinen Ausgang nahm der Missbrauchs-Skandal rund um die katholische Kirche in Deutschland mit der Schande vom Canisius-Kolleg. Das Berliner Jesuitengymnasium machte sexuelle Übergriffe zweier Patres in den 70er und 80er Jahren öffentlich (Blick.ch berichtete). Das war Ende Januar. Seither sind weit mehr als hundert Fälle in den meisten der 27 deutschen Bistümer ans Licht gekommen.

Jetzt soll ein Sonderbeauftragter bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen helfen. Das sagt heute der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, nach einem Treffen mit dem Papst in Rom.

Benedikt XVI. habe seine Zustimmung für die von der Bischofskonferenz eingeleiteten Massnahmen erklärt, sagt Zollitsch. Dazu gehöre auch die Ernennung des Trierer Bischofs Stephan Ackermann zum Sonderbeauftragten für Fälle sexuellen Missbrauchs.

«Abscheuliches Verbrechen»

Auf seinen Bericht zu den Missbrauchsfällen in Deutschland habe der Papst «sehr bewegt und mit wachem Interesse» reagiert, sagt Zollitsch.

Er entschuldigt sich erneut bei den Missbrauchsopfern. Bereits bei der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe Ende Februar bezeichnete Zollitsch sexuellen Missbrauch an Minderjährigen als «abscheuliches Verbrechen» und bat die Opfer von katholischen Geistlichen um Entschuldigung.

«Wir nehmen unsere Verantwortung sehr deutlich wahr», fügte er an. «Wir wollen die Wahrheit aufdecken, die Opfer haben ein Recht darauf.»

Schnell und entschlossen reagiert

Das Treffen mit Papst Benedikt war eigentlich ein Routinebesuch, bei dem Zollitsch über die Bischofsversammlung Bericht erstatten sollte. Durch den aktuellen Missbrauchsskandal erhielt das Gespräch allerdings eine neue Tragweite.

Der Vatikan hatte der deutschen katholischen Kirche zuletzt bescheinigt, «schnell und entschlossen» auf die Missbrauchsvorwürfe reagiert zu haben. (gca/SDA)

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