Wie sicher sind wir? Anti-Terrorchef der EU warnt vor Angriffen auf AKW

Gilles de Kerchove, der Anti-Terror-Beauftragte der EU, befürchtet in den nächsten Jahren Angriffe übers Internet. Ziel der Attacken könnten AKWs, Kontrollzentren für den Flug- und Zugverkehr sein.

Gilles de Kerchove ist seit September 2007 Anti-Terrorkoordinator der EU. play

Gilles de Kerchove ist seit September 2007 Anti-Terrorkoordinator der EU.

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Der Anti-Terror-Beauftragte der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, hat vor einem Angriff auf belgische Atomanlagen gewarnt. «Ich wäre nicht überrascht, wenn in den nächsten fünf Jahren das Internet genutzt würde, um einen Angriff zu verüben», sagte de Kerchove der belgischen Zeitung «La Libre Belgique» vom Samstag.

Durch einen Hacker-Angriff könnten Attentäter laut dem EU-Koordinator die Kontrolle über die Schaltzentrale eines Atomkraftwerks übernehmen. Auch sei ein Angriff auf ein Kontrollzentrum für den Flugverkehr oder eine Schaltanlage für den Schienenverkehr denkbar.

Zweifel an Sicherheit von Atom-Anlagen

Die Cyber-Abwehr des belgischen Verteidigungsministeriums schätzte de Kerchove als «recht gut» ein. Zwar seien die USA, Grossbritannien und Frankreich besser aufgestellt. «Aber ich denke, im Falle eines Angriffs ist unser Verteidigungsministerium recht gut», sagte der Belgier.

De Kerchove äusserte sich inmitten der Sorge um die Sicherheit der belgischen Atomanlagen Tihange und Doel. Nachdem bereits eine Reihe von Pannen Zweifel an der Sicherheit ausgelöst hatten, wuchs die Sorge nach den Anschlägen von Brüssel am Dienstag weiter.

Die belgischen Behörden hatten nach den Anschlägen am Flughafen und in der U-Bahn das Personal der Atomkraftwerke teils vorsorglich evakuiert und die Sicherheit um die Anlagen verstärkt.

Die belgische Zeitung «La Dernière Heure» berichtete am Samstag, dass am Donnerstag ein Wachmann an einer Nukleareinrichtung in der Gegend des südbelgischen Charleroi erschossen worden sei. Der Dienstausweis des Opfers sei gestohlen worden. Belgische Behörden dementierten den Bericht wenig später (BLICK berichtete im Newsticker).

Der Ausweis sei dennoch umgehend deaktiviert worden, nachdem die Ermittler Alarm geschlagen hätten. Der Zeitung «Le Soir» zufolge arbeitete der Mann am «L'Institut National des Radioéléments» südlich von Brüssel. Dort wird mit radioaktiven Elementen unter anderem zu medizinischen Zwecken hantiert.

Kamera installiert?

Im Februar war bekannt geworden, dass die belgische Polizei bei Ermittlungen zu den islamistischen Anschlägen von Paris vom November Aufnahmen einer Überwachungskamera gefunden hatte, die einen Mitarbeiter der belgischen Atomindustrie zeigen.

«La Dernière Heure» berichtete am Donnerstag, die Brüder Khalid und Ibrahim El Bakraoui - zwei der Brüsseler Selbstmordattentäter - hätten eine versteckte Kamera vor dem Haus des Direktors des belgischen Atom-Forschungs- und Entwicklungsprogramms kurz nach den Pariser Attentaten entfernt.

Die mit der Kamera gefilmten Aufnahmen seien im Dezember bei einem der Verdächtigen der Pariser Anschläge, Mohamed Bakkali, sichergestellt worden. Die Zeitung schloss daraus, dass die Brüder womöglich einen Anschlag auf Belgiens Atomkraftwerke geplant hatten.

Die neuesten Informationen zu den Anschlägen in Brüssel lesen Sie im News-Ticker. (SDA)

Publiziert am 26.03.2016 | Aktualisiert am 26.03.2016
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18 Kommentare
  • Arnold  Ganz 27.03.2016
    @Jorge Suizo: Ob sich die Sicherheit der schweizerischen AKWs, aus San Cristobal (Mexiko?) so beurteilen lassen? Ich habe gewisse Zweifel.
  • Boris  Kerzenmacher 27.03.2016
    Es ist schon erstaunlich was für ein Schlamassel die belgischen Sicherheitskräfte und Steuerzahler jetzt aufräumen müssen, weil die Politik über Jahrzehnte aus falsch verstandener Toleranz weggeschaut hat. Schüsse und Explosionen scheinen in Brüssel langsam zur Normalität zu werden. Man muss aber auch in der CH wachsam bleiben und derartige Zustände in den nächsten Jahren politisch bis auf das Äusserste bekämpfen.
  • Fritz  Frigorr 26.03.2016
    Die Schweizer AKWs sind sicher. Schließlich wurden sie mit eidgenössischer Qualität gebaut. Ausserdem werden sie von der besten Armee der Welt beschützt. Also keine Sorge! Ironie aus.
    • Adrian  Züger 26.03.2016
      In demfall braucht es nur noch sie Herr Frigorr als Feldherr dann gehen wir als Sieger hervor
      Ironiegeschlossen
  • Adrian  Züger 26.03.2016
    Die EU kann ruhig weiter Träumen und Gesetzte ohne Ende machen aber wenn es dann mal richtig losgeht interessiert es niemand mehr und es geht ums Überleben
  • Thomas  Zürcher 26.03.2016
    Eines müssen wir uns im klaren sein.Unsere Zukunft wird bestimmt sein von weiteren Terroranschlägen.Diese Terrorakte zeigen wie verwundbar Europa geworden ist, auch die Schweiz weil sie ein Teil der westlichen Welt ist.Die Staaten Europas MÜSSEN im Kampf um Freiheit und Sicherheit enger zusammen arbeiten.Wir dürfen uns von den Fanatikern nicht einschüchtern lassen den diese wollen Europa ins Chaos bomben.