Minarettverbot Wie erkläre ich es den EU-Kollegen?

  • Publiziert: 30.11.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

BRÜSSEL – Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf muss das Ja zur Anti-Minarett-Initiative ihren Kollegen aus den EU-Staaten erklären. Sie traf heute zu einem Schengen-Treffen in Brüssel ein.

Sie werde den EU-Kollegen erklären, dass sich das Minarettverbot nicht gegen die Muslime oder die Religionsfreiheit in der Schweiz richte, sagte Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf heute bei ihrer Ankunft in Brüssel. Auf das Image der Schweiz angesprochen, erklärte sie, dass das Abstimmungsresultat kein gutes Zeichen für die Schweiz sei.

Widmer-Schlumpf trifft ihre Amtskollegen eigentlich zum gemischten Schengenausschuss, der immer parallel zum EU-Justiz- und Innenministerrat tagt. Allerdings zeigte sich heute klar, dass vorab das Abstimmungsresultat ebenfalls thematisiert werden würde.

Denn schon vor Beginn des gemischten Schengenausschusses äusserten sich mehrere Minister zur Abstimmung in der Schweiz. So erklärte die schwedische Integrationsministerin Nyamko Sabuni, es sei schade, dass eine solche Frage überhaupt zur Abstimmung gekommen sei. «Das Schweizer Wahlsystem kann so missbraucht werden.»

Auch der schwedische Justizminister Tobias Billström befand, «dass es Themen gibt, die sich nicht für eine Volksabstimmung eignen». Österreichs Innenministerin Maria Fekter sagte zur Frage, ob ein solches Verbot auch in ihrem Land möglich wäre: «Der Bau von Minaretten liegt in der Kompetenz der Bundesländer». Letztlich sei es eine Raumplanungsfrage. (SDA)

play Bundesrätin Widmer-Schlumpf muss sich heute in Brüssel Fragen zum Minarettverbot gefallen lassen.

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