Er trug einen Arztkittel, ein Stethoskop – und am Kittel einen Badge des Spitals, auf dem gut sichtbar für alle stand: «Matthew Scheidt, Assistenzarzt.» Aber: Matthew Scheidt war kein Assistenzarzt. Er hatte auch keine medizinische Ausbildung – er kam frisch von der High School.

Der damals 17-Jährige spazierte im August 2011 selbstbewusst ins Spital Kissimmee (Florida) und gab an, einen neuen Zugangs-Badge zu brauchen. Er sei Assistenzarzt. Die Verantwortliche stelle ihm den Badge aus – ohne weitere Fragen zu stellen.

Der neue Assistenzarzt Scheidt zog sich Spitalkleider an und ging in die Notaufnahme. Dort stellte er sich dem Personal erst als Assistenzarzt vor, krebste aber bald zurück und gab an, noch in Ausbildung zu sein.

Herzmassage durchgeführt

Während einer Woche hielt er sich im Spital auf – und half dabei tatkräftig mit. Einige Ärzte wurden dennoch von seinem Badge getäuscht. Er verschrieb Medikamente und führte in einem Fall gar eine Herzmassage bei einem Patienten mit einer Drogenüberdosis durch.

Warum der falsche Doktor nicht vorher auffiel, ist wohl Scheidts Gerissenheit zu verdanken. Er holte sich die medizinischen Fachbegriff jeweils per App auf sein Smartphone. Aber er wurde übermütig – und verlangte Zutritt zu Bereichen im Spital, für die er nicht autorisiert war. Irgendjemand überprüfte schliesslich seine Vergangenheit – und die Geschichte flog auf.

Es war nicht das erste Mal, dass der junge Mann versuchte, jemand anderes zu sein. Vor seiner Blitzkarriere als Assistenzarzt gab sich der Teenager als Zivilpolizist in Miami Beach aus. Und das mit einer bemerkenswerten Hingabe: Er trug eine Waffe und eine Polizeimarke. Als er jedoch einem echten Zivilbeamten befahl, sich anzuschnallen, flog auch dieser Schwindel auf.  

Matthew Scheidt steht seit gestern vor Gericht. Er könnte insgesamt für 25 Jahre in den Knast wandern. (num)

Beliebteste Kommentare

  • rahel  grenchen , grenchen
    Da hat jemand den film ;catch me if you can; zuviel gsehen..
  • Gian Franco  Caviezel , Churwalden
    Hier sollte das Krankenhaus bestraft werden, das Dokumente ausstellt, ohne nachzufragen....
    • 30.08.2012
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Alle Kommentare (7)

  •   Heinz Knauser , z.Zeit in Thailand
    Ach beim einreisen in die USA so ein Theater, in Amerika kann sich dann jeder Trottel einen Titel anmassen, und keiner merkt etwas davon!
    Ja das ist eben das Land der unbegrenzten Möglichkeiten!
    • 30.08.2012
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  • Fridli  Rene , Rotkreuz
    der sieht doch viel zu jung aus für jemanden, der Medizin studiert hat.....
    • 30.08.2012
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  • Reto  Waser
    PA ist kein Arzt es ist Medizinsches Personal im weiteren Sinne, welche zusammen in einem Teram von Ärzten praktizieren dürfen, bitte korrigieren.
    PA = Physician Assistant Assistent zum Arzt nicht Assistenzarzt
    • 30.08.2012
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  • Heinz  Muenger
    Klar kann er sich nicht "ungelernt" für einen Arzt oder... ausgeben, und das Tragen von falschen Ausweisen geht doch unter "Urkundenfälschung"
    und Betrug. Aber von Knast bis zu 25 Jahren zu reden ist doch Quatsch, kindisch und einen Verhältnisblödsinn, typische Ami-Manier..., aber eine angemessene "bedingte" Strafe/Busse muss sein.
  • Gian Franco  Caviezel , Churwalden
    Hier sollte das Krankenhaus bestraft werden, das Dokumente ausstellt, ohne nachzufragen....
    • 30.08.2012
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