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Um 13.34 Uhr trat Jörg Kachelmann (52) vor die Tür der Justizvollzugsanstalt Mannheim. Hier war der TV-Moderator 132 Tage eingesperrt.
Die Kameras blitzten. Kachelmann blieb stumm. Sein Verteidiger erklärte: «Die Rechtsstaatlichkeit ist zurückgekehrt.» Kurz zuvor hatte das Oberlandesgericht Karlsruhe entschieden: Der Schweizer kommt sofort frei. Er muss nicht bis zum Prozess am 6. September in U-Haft bleiben.
Die Wende im Fall Kachelmann?
Jörg Kachelmann wird beschuldigt, im Februar seine langjährige Freundin Petra* (37, Bild) mit einer Waffe bedroht und vergewaltigt zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe.
Gestern stellten die Richter fest: Im derzeitigen Stadium des Verfahrens bestehe kein dringender Tatverdacht mehr. Es stehe Aussage gegen Aussage. Und Petra habe «zunächst unzutreffende Angaben» gemacht.
Tatsächlich hatte die blonde Radiomoderatorin Petra der Polizei erzählt, sie habe wenige Tage vor der angeblichen Vergewaltigung in ihrem Briefkasten Flugtickets gefunden. Die seien auf Kachelmann und eine andere Frau ausgestellt gewesen. Als sie ihren Freund damit konfrontierte, sei er ausgeflippt und habe sie vergewaltigt.
Heimlicher Kontakt über Facebook
Im Laufe der Ermittlungen zeigte sich aber: Petra hatte die Billette schon seit einem Jahr aufbewahrt. Sie hatte mit der Frau, deren Namen auf den Flugtickets stand, heimlich Kontakt aufgenommen. Auf Facebook. Und unter falschem Namen. Petra versuchte, ihre Nebenbuhlerin auszuhorchen. Fragte sie über ihre Beziehung zu Jörg Kachelmann aus.
Am Abend der angeblichen Vergewaltigung zeigte Petra dem Wettermann schliesslich die Flugscheine. Dazu hatte sie selber einen anonymen Brief verfasst. Darauf stand: «Er schläft mit ihr.»
Petra erklärte später, sie habe erst falsch ausgesagt, weil ihr die Wahrheit niemand geglaubt hätte. Sie sei sich dumm vorgekommen, dass sie wegen der Untreue Kachelmanns so lange nichts unternommen habe.
Jörg Kachelmanns Anwalt dankte gestern allen Sachverständigen, deren Gutachten «die Wahrheit ans Licht gebracht» hätten. «Ich bin Strafverteidiger, mein Beruf ist es, ungerecht einsitzende Gefangene aus der Untersuchungshaft zu holen, und das ist uns heute Gott sei Dank gelungen.»
* Name geändert
play
Wenn Jörg Kachelmann vor dem Richter ist, dürfen keine Handys mit in den Gerichtssaal. (Reuters/screenshot ntv)