WHO-Experten warnen «Ebola-Epidemie wird deutlich unterschätzt»

GENF - Das Ausmass der Ebola-Seuch in Westafrika wird laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich unterschätzt. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle und der Erkrankten würden nicht die tatsächlichen Verhältnisse widerspiegeln.

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Die WHO rechnet damit, dass sich die Epidemie in den kommenden Wochen weiter ausbreiten wird. Die Ebola-Seuche war vor einer Woche zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt worden.

WHO-Chefin Margaret Chan traf sich am Donnerstag mit mehreren UNO-Botschaftern, um über ein Nothilfeprogramm für die betroffenen Länder zu beraten.

Vierter Ebola-Toter in Nigeria

Hilfsorganisationen prüfen derweil Möglichkeiten, die Menschen in den Krisengebieten besser mit Lebensmitteln zu versorgen, wie die Weltbank erklärte.

So könnten etwa die Hunger leidende Bevölkerung in Teilen Liberias und Sierra Leones, die zum Schutz vor einer Ausbreitung der Seuche abgesperrt wurden, mit Lebensmittel aus der Luft versorgt werden.

Bislang starben laut WHO 1069 Menschen an Ebola, die meisten davon in Sierra Leone, Liberia und Guinea. 1975 weitere haben sich demnach infiziert. Nigeria meldete am Donnerstag einen vierten Ebola-Toten.

Ausbreitung schwer zu kontrollieren

Sorge bereitet den nigerianischen Behörden der Fall einer infizierten Krankenschwester, die trotz eines Reiseverbots aus Lagos in die ostnigerianische Stadt Enugu gefahren und dort erkrankt war. Inzwischen wird sie wieder in Lagos behandelt, doch ist die Angst gross, sie könnte den Erreger nach Enugu eingeschleppt haben.

Sechs Menschen, die dort mit ihr Kontakt hatten, stehen laut dem Gesundheitsminister noch unter Beobachtung. Bislang trat der Erreger nur in der Millionenstadt Lagos auf.

Erster Europäer an Ebola gestorben

Derweil forderten die USA die Angehörigen ihres diplomatischen Personals in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, zum Verlassen des Landes auf.

Eine Sprecherin des US-Aussenministeriums sprach am Donnerstag von einer Vorsichtsmassnahme, weil wegen der Ebola-Epidemie auch die übrige Krankenversorgung in Sierra Leone eingeschränkt sei.

Mit dem spanische Priester Miguel Pajares (†75) war am Dienstag der erste Europäer an der Ebola-Seuche gestorben. Pajares wurde in Madrid mit dem experimentellen, noch nicht zugelassenen Medikament «Zmapp» behandelt. Er war nach zwei US-Amerikanern der dritte Patient, der das Mittel erhielt.

Von Ebola war erstmals im März aus Guinea berichtet worden, erste Erkrankungen gab es in der Region aber wohl schon im Dezember. Das Virus hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Es handelt sich um die erste Ebola-Epidemie in Westafrika und den schlimmsten Ausbruch der Krankheit, der bisher registriert wurde. (gr/SDA)

Publiziert am 15.08.2014 | Aktualisiert am 15.08.2014
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19 Kommentare
  • Edith  Zellweger 15.08.2014
    Das Töten von Tieren und die Fleischfresserei bleibt halt nicht ungestraft!

    Das Ermorden und Ausbeuten von Tieren wird uns noch viel Schlimmeres bescheren! Das ist so sicher wie das Amen In de Kirche!
  • Koger  Ruhn aus Zürich
    15.08.2014
    Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, das Ebola Virus ist auf dem Vormarsch und nicht ungefährlich, das Leben ist wie eine Achterbahn, die Globalisierung bringt Euch mehr Nachteile als Vorteile, die Forschung tut ihr bestes, wir haben es immer noch besser als dijenigen in Ihrer "Nuss-Schale" auf dem Mittelmeer ... also, verfällt bitte nicht in unnötige Panik ... und geniesst nun das wohlverdiente Weekend.
  • Claudio  Cristofaro , via Facebook 15.08.2014
    Wo sind jetzt all diese Leute welche gegen die Pharmaindustrie und Antivirale Medikamente wie Tamiflu gewettert haben ?? Plötzlich still!
  • fritz  Stocker aus Zürich
    15.08.2014
    Unterschätzen, Verdrängen, das zeigt doch wieder den Hochmut der WEISSEN RASSE, Afrika! das geht UNS nichts an.
    Vogel-,Schweinegrippe, Hühnerpest, BSE, da wurde SOFORT die PANDEMIE Gefahr ausgerufen und die PHARMAINDUSTRIE hat sich dumm und dämlich verdient.
  • Heinz  Huwyler 15.08.2014
    Vor Ort liegen anscheinend Leichen in den Strassen und in Häusern. Das Ebola Virus wird erst dann richtig aktiv. Das gibt eine riesen Sauerei und die Welt ist jetzt schon ziemlich machtlos. Das wird uns Jahre beschäftigen. Und wir importieren es auch noch nach Europa...
    • Ren  Hoek , via Facebook 15.08.2014
      sind das Feststellungen oder Annahmen?
      "Das Virus wird erst bei Leichen richtig aktiv?" Das ist definitiv aus einem Zombiefilm *grins*. Die Kommentare hier sind echt haarsträubend.