Wer schauen will, muss sich registrieren Britisches Unterhaus winkt Porno-Gesetz durch

LONDON - Das Unterhaus des britischen Parlaments hat eine kontroverse neue Regelung durchgewinkt: Die Digital Economy Bill zwingt Nutzer zu Registrierung und Einschränkungen beim Porno-Konsum.

Das neue Gesetz soll Kinder in Grossbritannien vor Pornografie schützen. play
Das neue Gesetz soll Kinder in Grossbritannien vor Pornografie schützen. Getty Images

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Das Unterhaus des britischen Parlaments hat diese Woche ein kontroverses neues Gesetz durchgewinkt. Die Digital Economy Bill soll die Nutzung pornografischer Inhalte im Internet durch Minderjährige beschränken.

Um Kinder vor heiklen Inhalten zu schützen, soll der Zugang dazu massiv erschwert werden: Wer in Zukunft also einen Porno schauen will, muss sein Alter in einem speziellen Registrierungsprozess verifizieren. 

Zweifel an Datensicherheit

Das ist der Hauptkritikpunkt bei diesem neuen Gesetz: Datenschützer und Sicherheitsexperten befürchten, dass dieser Registrierungsprozess unsicher sei – die neu angelegte Porno-Zuschauer-Datenbank werde nicht ausreichend vor Hackern geschützt, schreibt das Newsportal «Independent». 

Doch nicht nur die mangelnde Sicherheit der Datenbank wird kritisiert. Auch die inhaltlichen Regelungen des Gesetzes haben zu Diskussionen geführt. Das neue Gesetz soll es der Film-Klassifizierungsbehörde möglich machen, Webseiten zu blockieren, die «unübliche Sexpraktiken» zeigen.

Die Behörde reguliert schon den Vertrieb von Porno-DVDs und hat strenge Richtlinien darüber, was gezeigt werden darf: Schmerzhafte, unfreiwillige oder erniedrigende Praktiken sind unter anderem verboten. Auch weibliche Ejakulation, Sexualpraktiken in Verbindung mit Menstruation, Urin oder in der Öffentlichkeit dürfen nicht gezeigt werden. 

Zugang weiterhin möglich

Die Digital Economy Bill betrifft aber nicht nur britische Pornos, sondern jegliches Material, auch aus dem Ausland. Seiten wie Twitter werden jedoch von der Regelung ausgeschlossen: Über solche Seiten werde der Zugang zu Pornografie weiterhin möglich sein, schreibt der «Independent».

Das Gesetz muss noch vom Oberhaus bestätigt werden. (vac)

Publiziert am 03.12.2016 | Aktualisiert am 03.12.2016
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  • Meyer  Karl 03.12.2016
    Finde ich "toll" diese Internesperrereien, die Russen tun es, die Chinesen tun es, überhaupt, alle sog. totalitären Staaten. Nur der Kontinent der Freiheit, Europa tut es nicht, oder doch? Aber Hauptsache die europ. Politik kann über die Russen und die Chinesen schimpfen, wenn die wieder mal was sperren.
  • Thomas  Müller 03.12.2016
    Das Gesetz haben mal wieder Leute verabschiedet, für die das Internet "Neuland" ist. Über einen der vielen VPN-Dienste kann man solche Sperren auf einfachste Weise umgehen und hat freien Zugriff auf alle frei zugänglichen ausländischen Seiten. Die meisten Porno-Betreiber werden ihre Server wohl nicht in GB stehen haben.
  • Andreas  Kaufmann 03.12.2016
    Finde ich super! Es gibt auch viele Erwachsene, die eigentlich keine Pornos schauen wollen, aber süchtig danach sind. Sollten wir bei uns auch einführen. Pornos sind potentielle Beziehungskiller die grossen sozialen Schaden anrichten!
    Apropos Datenschutz: jeder meldet sich freiwillig an. Das Risiko eines Hackerangriffs ist nicht höher, als bei Sex-Dating-Sites. Und wer sich für etwas schämt, der sollte sowieso die Finger davon lassen...