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Jörg Kachelmann während eines Interviews einen Tag nach seiner Haftentlassung am 29. Juli. (Screenshot RTL)
Wahrscheinlich wird Jörg Kachelmann (52) lächeln, wenn er heute um neun Uhr in Mannheim (D) vor den Richter Michael Seidling (59) tritt. Ein Strahlemann, trotz der Vergewaltigungsvorwürfe seiner Ex-Freundin Petra* (37).
Auch wenn diverse seiner Ex-Geliebten vor Gericht als Zeuginnen auftreten werden, geht es im Prozess nicht um spezielle Sexspiele. Es geht auch nicht um die angeblich zahlreichen gleichzeitig laufenden Frauenbeziehungen.
Denn dies ist alles nicht strafbar. Es geht nur um eine einzige Nacht. Was genau ist vom 8. auf den 9. Februar 2010 in Petras schmucker Dachwohnung in Schwetzingen (D) passiert?
Er habe sie zu Sex gezwungen, sie mit dem Tod bedroht, sagt die Radiomoderatorin, die zwölf Jahre lang glaubte, die einzige Frau in Kachelmanns Leben zu sein. Sie zeigte ihn wegen Vergewaltigung an. Spuren, am Morgen danach von einem Rechtsmediziner festgestellt, sollen die Tat belegen.
Die Polizei verhaftete Kachelmann am 20. März auf dem Flughafen Frankfurt. Er kam von seinem Einsatz als Olympia-Wetterfrosch für die ARD aus Vancouver (Kanada) zurück. Wegen Fluchtgefahr kommt der Schweizer Wetternomade in Untersuchungshaft.
Kachelmann bestreitet alle Vorwürfe: «Ich bin unschuldig», rief er Ende März siegesgewiss den Reportern zu, gleich nachdem ein Haftrichter seine Freilassung abgelehnt hatte. Im Mai erhob Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge Anklage wegen Vergewaltigung. Auf Kachelmanns Beschwerde hin entliess ihn das Oberlandesgericht Karlsruhe Ende Juli gleichwohl aus der Untersuchungshaft: Es bestehe «kein dringender Tatverdacht mehr», war die überraschende Begründung.
Zuvor waren Gutachten an die Öffentlichkeit gebracht worden, welche Petras Glaubwürdigkeit erschüttern sollten. Die Spuren an ihrem Körper und an einer Tatwaffe seien keineswegs eindeutig. Und das angebliche Opfer habe sich tief in Widersprüche verwickelt, seine Aussagen stets dem Stand der Ermittlungen angepasst.
Nach seiner Haftentlassung gab sich Kachelmann in moralischer Hinsicht reumütig. «Ich hätte keiner Frau vorgaukeln dürfen, dass sie die einzige sei», sagte er im Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Er habe Petra «in einer Weise gekränkt, die ich in der Nachschau nur im höchsten Masse bedauern kann». Doch das ist nicht Gegenstand der 13 Prozesstage.
Die Vergewaltigung bestreitet der Wetterfrosch. «Ich habe nichts von alledem gemacht.» Dem wird Petra wohl widersprechen, wenn sie voraussichtlich am 13. Oktober als Zeugin aussagt.
Das Urteil will Richter Seidling am 27. Oktober verkünden. Blick.ch berichtet fortlaufend vom Prozess in Mannheim.
* Name der Redaktion bekannt