Nach dem missglückten Anschlag über Detroit wird ein Komplize gesucht Wer hat den Terror-Bomber ins Flugzeug geschleust?

  • Publiziert: 28.12.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

AMSTERDAM – Der Nigerianer Umar Abdulmutallab war allein an Bord in der Northwest-Airlines-Maschine auf dem Flug nach Detroit. Doch in Amsterdam soll ihn ein Mann ins Flugzeug geschleust haben.

Nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug prüfen die Ermittler, ob der mutmassliche Täter einen Komplizen hatte. Die niederländische Militärpolizei geht Angaben von Mitreisenden nach, die den Nigerianer vor dem Abflug am Amsterdamer Flughafen mit einem anderen Mann gesehen haben wollen.

Laut Zeugenaussagen soll es sich um einen grossen, gut gekleideten etwa 50-Jährigen gehandelt haben. Er habe sich dafür eingesetzt, dass der Attentäter auch ohne Pass an Bord der Maschine der Northwest Airlines nach Detroit gelassen werde.

Ohne Passkontrolle ins Flugzeug

Die Militärpolizei hatte bereits erklärt, der Nigerianer sei nach seiner Ankunft aus dem nigerianischen Lagos nicht durch die Passkontrolle gegangen. Dennoch sei es unwahrscheinlich, dass er vor dem Einstieg in das Flugzeug in die USA nicht an einer anderen Stelle kontrolliert worden sei.

Der 23-Jährige Umar Faruk Abdulmutallab hatte an Weihnachten ein hochexplosives Pulver in die Maschine gebracht, das er kurz vor der Landung in Detroit zur Explosion bringen wollte. Er konnte jedoch von einem Passagier überwältigt werden.

Ermittlungen in Grossbritannien

Die Ermittler prüfen zudem, ob Abdulmutallab während seines dreijährigen Studiums in London Kontakte zu anderen Extremisten aufgenommen hat. Demnach bestehe auch der Verdacht, dass der Nigerianer seine Terrorattacke ursprünglich von Grossbritannien aus starten wollte, was wegen eines verweigerten Visums dann aber nicht möglich gewesen sei.

Wie die Zeitung «The Independent» heute berichtet, wollte der Nigerianer nach seinem Maschinenbau-Studium in London einen anderen halbjährigen Studienkurs besuchen, der im September dieses Jahres begonnen hätte.

Nach seinen ursprünglichen Plänen hätte er also zur Zeit des versuchten Anschlags in Grossbritannien gelebt. Die Behörden verweigerten ihm aber das Visum, auch weil sie die Seriosität der Hochschule bezweifelten, die sich der 23-Jährige ausgesucht hatte. (SDA)

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