Wer bei Mutti wohnt, schlägt öfters zu

  • Publiziert: 27.07.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

LONDON – Britische Verhaltensforscher untersuchten die Ursachen für Jugendgewalt. Sie kamen zu einem ungewöhnlichen Ergebnis.

Man sollte meinen, dass Eltern einen guten Einfluss auf ihre Kinder haben und diese, solange sie noch zu Hause wohnen, auch unter Kontrolle haben. Dem widerspricht nun eine Studie von Professor Jeremy Coid und Dr. Ming Yang von der Queen Mary Universität in London.

Die Wissenschaftler untersuchten 8000 Jugendliche auf ihr Verhalten im Bezug auf Gewalt. Dabei stellte sich heraus, dass nur 4 Prozent der jungen britischen Männer noch zu Hause wohnten, aber diese für 16 Prozent der schlimmen Gewalttaten verantwortlich sind.

Ein Grund für die hohe Gewaltbereitschaft der Jugendlichen, die noch im Elternhaus wohnen, ist fehlendes Verantwortungsgefühl. Zudem haben die jungen Männer keinen Haushalt zu managen und somit mehr Freizeit und mehr Geld zur Verfügung, um es für Alkohol auszugeben. Damit habe man nun erstmals festellen können, dass das Hotel Mama der grösste Risikofaktor für Gewalt sei, so die Studie.

Keinen Einfluss der Eltern

Professor Coid fügt an: «Junge Männer lassen sich nicht mehr von ihren Eltern beeinflussen. Gewalt ausserhalb des Hauses, meistens gegenüber Fremden, ist nur eines der negativen Folgen. Viele der jungen Männer haben Alkoholprobleme, missbrauchen Drogen, haben ein ausschweifendes Sexualleben und auch sonst asoziale Verhaltensweisen.» (gca)

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