Weil sie nicht wirksam sind Irans Justizminister will weniger Hinrichtungen

TEHERAN (IRAN) - Bereits 700 Mensch wurden in diesem Jahr im Iran hingerichtet – zumeist wegen Drogen- und Sexualdelikten. Nun soll diese Zahl sinken.

Ein Polizist überwacht eine bevorstehende Hinrichtung (Symbolbild) play
Ein iranischer Polizist steht neben einem Galgen (Archiv). Keystone/AP

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Drama auf der Wildsau-Pirsch Jäger trifft Liebespaar – tödlich
2 Schweizer Mädchen Que (6) und Mutter wieder vereint Jetzt spricht...
3 Trump über Merkel, Aleppo und Nuklearwaffen Der Zerfall der EU ist...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden

Irans Justizminister Mustafa Purmohammedi hat sich dafür ausgesprochen, weniger Menschen zum Tode zu verurteilen und hinzurichten. Man könne Todesurteile nicht völlig ausschliessen, aber in den letzten Jahren hätten sie sich nicht immer als wirksam erwiesen.

Deshalb sollte man eine Revision in Betracht ziehen, sagte Purmohammedi am Samstag laut Nachrichtenagentur ILNA. Auch die Justizbehörden im Land seien mit solch einer Revision einverstanden.

Der Iran hat weltweit eine der höchsten Hinrichtungsraten. Nach Angaben von Amnesty International wurden 2015 dort 977 Todesurteile vollstreckt. Seit Jahresbeginn sollen bereits mehr als 700 Menschen hingerichtet worden sein. Meist ging es um Drogenkriminalität sowie sexuellen Missbrauch von Kindern.

Diskussion im Parlament

Derzeit werde überprüft, welche Strafmassnahmen in welchen Fällen als wirksamere Alternativen zu Todesurteilen angewendet werden könnten, sagte der Minister. Nach Angaben der Tageszeitung «Schargh»  soll das Thema auch schon bald im Parlament diskutiert werden.

Ein Untersuchungsausschuss der iranische Justiz war im Sommer zu dem Ergebnis gekommen, dass trotz vieler Hinrichtungen die Menge und Vielfalt der in den Iran geschmuggelten Drogen eher mehr als weniger geworden ist. Bislang hielt die Justiz an ihrem Grundsatz fest, dass Dealer, die Tausende Jugendliche in den Tod treiben, entsprechend bestraft werden müssen. (bau/SDA)

Publiziert am 29.10.2016 | Aktualisiert am 30.10.2016
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden