Weil er sauer auf die EU ist Erdogan droht mit Flüchtlings-Flut

Der türkische Präsident Erdogan will Europa mit Flüchtlingen fluten – wenn die EU nicht mit der Kritik an der Türkei aufhört.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Trump erträgt die Wahrheit nicht «Noch nie wohnten so viele Menschen...
2 Trump macht ernst USA ziehen sich aus Handelsabkommen TPP zurück
3 Neue Hoffnung in Lawinen-Hotel Drei Hundewelpen lebend geborgen

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
22 Kommentare
Fehler
Melden

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (62) ist sauer auf Europa. «Passt auf, wenn ihr noch weitergeht, dann werden diese Grenzübergänge geöffnet. Lasst euch das gesagt sein», sagte er gestern in Istanbul. Schon am Tag zuvor tönte Ministerpräsident Yildirim (61): «Wir sind einer der Faktoren, die Europa beschützen. Wenn die Flüchtlinge durchkommen, werden Sie Eu­ropa überfluten.» Die Drohung wiegt schwer. Allein drei Mil­lionen syrische Flüchtlinge befinden sich in der Türkei.

Warum ist Erdogan so sauer?

Die Wut hat einen Grund. Am Donnerstag forderte das EU-Parlament, die Beitrittsgespräche mit der Türkei einzufrieren. Die Repressionen, mit denen ­Erdogan sein Land seit dem Putschversuch im Juli unter Kontrolle hält, widersprechen jeglichen Grundsätzen der EU. Seit der Niederschlagung wurden über 120 000 Staatsbedienstete entlassen, Tausende sitzen in Haft. Regimekritische Medien wurden geschlossen. Resultat: Fast 500 EU-Abgeordnete wollen sämtliche Verhandlungen mit der Türkei abbrechen. Nur knapp 40 halten Erdogan die Stange.

«Erdogan ist nicht mehr berechenbar»

Seit dem Abschluss des Flüchtlings-Deals mit der Türkei im März kriselt es zwischen der EU und Erdogan. Der Deal sieht vor, dass die Türkei Flüchtlinge zurücknimmt. Dafür erhält das Land einen Milliardenbetrag und – sobald Bedingungen erfüllt sind – Visumsfreiheit für die EU.

Uneins ist sich die EU-Politik, wie ernst man die Drohungen nehmen soll. Die EU-Kommission scheint nicht beunruhigt, da der Deal auch «im Interesse der Türkei» sei. Kritischere Stimmen kommen aus Deutschland. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour (41) findet klare Worte: «Erdogan ist nicht mehr berechenbar.»

Publiziert am 25.11.2016 | Aktualisiert am 30.11.2016
teilen
teilen
0 shares
22 Kommentare
Fehler
Melden

22 Kommentare
  • Hans-Jürgen  Lorenz , via Facebook 26.11.2016
    Erdogan braucht das Geld, dass die EU für die Flüchtlinge zahlt. Lässt er den Deal platzen fehlt ihm 1 Mrd. jährlich, ob sein Regime die zusammenbrechende Wirtschaft und die dann folgenden Sanktionen übersteht, ist fraglich.
    Wie viele Despoten macht er den Fehler, die EU völlig zu unterschätzen. Dann dürfen die Weltmachtstraumbürger aus Russland und Türkei zusammen am Hungertuch nagen.
  • Clélia  Morand aus Vernayaz
    26.11.2016
    Denke,dass die Schweiz und die EU die Grenzen langsam schliessen sollen.Es wir ein Desaster wenn dieser Mann seine Drohungen wahr macht.Hoffe,dass die Politiker und Politikerinnen ans Volk denken ,wir können nicht Millionen Flüchtlinge aufnehmen und unsere Länder islamisieren.
  • marc  klauser aus schmitten
    26.11.2016
    Die EU denkt nur an die Wirtschaft und nie was das Volk will. Das wird zu einem Desaster wie man es noch nie kannte. Ohne diesen Lümmel muss es auch funktionieren. Das wäre mal die Aufgabe der EU die endlich mal etwas Richtiges tun machen kann.
  • Giuseppe  Guerra 26.11.2016
    EU muss Gegendruck machen.Brüssel sagt,für jeden Flüchtling der Erdogan reinlässt,wird ein Türke ausgeschafft.So beginnt es auch beim eigenen Volk zu Rumoren und Erdogan steht unter Druck.
  • Hairi  Berni 26.11.2016
    Würde man mit der Türkei zusammenarbeiten und Kompromisse eingehen würde das nicht passieren. Aber die EU muss ja wie immer eins auf Sturkopf machen. Wie auch bei der Schweiz Hauptsache den eigenen Kopf durchsetzen und nicht auf die anderen schauen. Das Erdogan so viele Staatsangestellte (Polizei) verhaften liess ist gerechtfertigt. Diese haben ja etwas mit dem Staatsputsch zu tun. Es ist ein Verbrechen. Der Westen hat einfach etwas gegen den Islam. Deshalb dieses Verhalten.
    • Giuseppe  Guerra 26.11.2016
      Soldaten und Polizisten mögen was gemacht haben.Aber Staatsangestellte,Lehrer,Reporter und Hilfsorganisationen.Sollten die mit Ordner,Schulbücher und Zeitungspapier einen Staatsstreich gemacht haben?Auch haben sie bis jetzt keinen einzigen Beweis vorgebracht.Übrigens hat der Westen nichts gegen den Islam.Man will nur nicht alles übernehmen,was andere Kulturen uns aufzwingen wollen.Meine italienischen Vorfahren und ich haben uns auch integriert und respektieren die Schweizer Gesetze und Kultur.