Weil er eine E-Zigi in den Fingern hält Hier erschiesst die Polizei Alfred Olango (†38)

Nach tagelangen Protesten wegen dem Tod eines Schwarzen durch Polizeischüsse in Kalifornien hat die Polizei gestern Videoaufnahmen von dem Vorfall veröffentlicht.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Trump erträgt die Wahrheit nicht «Noch nie wohnten so viele Menschen...
2 Trump macht ernst USA ziehen sich aus Handelsabkommen TPP zurück
3 Sie spielten Billard, als die Schneewalze kam Hotel-Kinder...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
199 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

Seine Schwester rief die Polizei, um Alfred Olango (†38) zu helfen. Doch die Beamten streckten ihn nieder – mit vier Schüssen. Weil er eine E-Zigarette in den Händen hatte.

Die Polizei hat nun Videomaterial veröffentlicht, auf dem die Tötung des 38-Jährigen auf einem Parkplatz in El Cajon, einem Vorort der US-amerikanischen Stadt San Diego, zu sehen ist. Es handelt sich um die Aufnahme einer Überwachungskamera und um ein Handy-Video.

California Police Shooting play
AP

Die Polizei will mit der Veröffentlichung «Falschinformationen» über den tödlichen Polizeieinsatz widerlegen, wie Polizeichef Jeff Davis sagt.

Bei dem Vorfall in der Nacht zum Mittwoch zog Olango, dessen Familie vor 25 Jahren aus Uganda in die USA geflohen war, nach Polizeiangaben einen «Gegenstand» aus der Tasche und richtete diesen wie eine Waffe auf die Beamten.

Die Polizisten eröffneten daraufhin das Feuer. Auf dem nun veröffentlichten Handy-Video sind vier Schüsse zu hören.

Später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Objekt, das Olango in der Hand hatte, lediglich um eine E-Zigarette handelte. Eine Schusswaffe hatte er nicht bei sich.

Jeffery Davis play
AP

Proteste, mehrere Festnahmen

Nach dem Vorfall kam es in El Cajon zu Protesten, die zunächst friedlich verliefen. Am Donnerstag besetzten die Demonstranten eine Strassenkreuzung und bewarfen Autos und Polizisten mit Steinen und Glasflaschen. Die Polizei setzte Tränengas ein, es gab mehrere Festnahmen.

Police officers form a line in front of protesters at an intersection where protesters are protesting over the death of Alfred Olango in El Cajon, California play
REUTERS

Die Polizei veröffentlichte die Videoaufnahmen, um die Situation aufzuklären und «die Bedenken der Öffentlichkeit hoffentlich zu zerstreuen«, wie Polizeichef Davis sagt. Er verspricht «transparente» Ermittlungen zu dem Fall. Die beteiligten Polizisten, die beide mehr als 20 Dienstjahre hinter sich haben, wurden für die Dauer der Ermittlungen beurlaubt.

Zusammenbruch nach dem Tod eines Freundes

Olangos Schwester hatte die Polizei am Dienstagabend gerufen, weil ihr Bruder ziellos durch den Strassenverkehr irrte. Wie seine Mutter Pamela Benge sagt, hatte der 38-Jährige nach dem Tod eines Freundes einen Zusammenbruch erlitten, psychisch krank sei er aber nicht gewesen. Sie beschrieb ihren Sohn als «guten, reizenden jungen Mann».

Der Tod von Schwarzen durch Polizeigewalt hat in den vergangenen Jahren quer durch die USA immer wieder wütende und teilweise gewalttätige Proteste ausgelöst. Zuletzt entfachte der Tod des 43-jährigen Keith Lamont Scott in Charlotte im Bundesstaat North Carolina gewalttätige Proteste. (SDA/noo)

Publiziert am 01.10.2016 | Aktualisiert am 04.01.2017
teilen
teilen
199 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

11 Kommentare
  • -  -.- 03.10.2016
    Black Lives Matter. Auch so ein beknackter Spruch! Er suggeriert, dass wohl schwarzes Leben mehr zählt als anders farbiges Leben.
    "Lives Matter!" Egal was für welche Hautfarbe oder Alter oder oder...
    Nur werden die Rassenunruhen weltweit bewusst geschürt und die Presse hat sich genüsslich an den fett gedeckten Tisch dieses widerlichen Fressens und gefressen Werdens gesetzt! Guten Appetit!
  • Keller  Thomas aus Aarau
    02.10.2016
    Wenn man das Video anschaut,muss man sich aber schon fragen wieso der nicht einfach stehn bleibt,und den Aufforderungen der Beamnten Nachkommt? Egal ob Schwarz oder Weiss.Fuchteslt du bei uns mit einer Wasserpistole rum und Verhälts dich so,kann dir das selbe passieren.Was ich persönlich nicht Verstehe,das man jemand Töten muss wenn er mit einem Messer Rumfuchtelt.So Passiert in Deutschland.
  • Jean Pierre  Stocker 01.10.2016
    Jedes Kind in Amerika weiss, wenn die Polizei einem anhält und aufruft gibt es nur eine Reaktion, nämlich gar keine. Still stehen bleiben und nur das tun, was die Polizei sagt, sonst wird geschossen. Das hat nichts mit Schwarzen zu tun, das tun sie auch bei Weissen. Dadurch dass fast jeder Ami eine Waffe hat geht die Polizei null Risiko ein, im Notfall wird zuerst geschossen und dann gefragt. Das weiss aber, wie gesagt, jedes Kind in den USA.
    • Heinz  Manhart aus Cainta
      02.10.2016
      Interesssant Herr Stocker. Komischerweise wenn das in anderen Ländern geschieht schreien die Amis allen voran Menschenrechts Missbrauch.
    • Ernst  Ruetimann aus Trang
      02.10.2016
      Dieser Mann war die Ausnahme ; am Herumgelaufe scheint schon etwas nicht zu stimmen stand wahrscheindlich under Drogen oder war Psychisch weggetretten !
  • Michael   Frey 01.10.2016
    Immer wieder USA. Was ist nur los in diesen Land. Hat die Polizei schlechtere Ausbildung, als bei uns. Mein Beileid an die Angehörigen.
    • Sandra  Jakob aus Winterthur
      01.10.2016
      @Frey: Jedes Jahr werden in den USA auch etwa 150 bis 200 Polizisten im Dienst getötet. Reagiert ein US Cop zu spät auf eine Bedrohung, dann kann er bald tot sein.
      Und übrigens: 94 Prozent der ermordeten Schwarzen in den USA werden von Schwarzen Mördern getötet.
  • Peter  Leo 01.10.2016
    Hände in die Höhe befehlen die Polizisten nicht umsonst. Wer dies nicht befolgt gefährdet sich selber. Dies hat mit Hautfarbe nichts zu tun. Aber dass man dann mit 4 Schüssen reagiert ist etwas viel. Zudem kann man ja auch entsprechend tief zielen. Aber wie immer: Andere Länder andere Sitten. In den USA speziell.