Gesprächsstoff für den G8-Gipfel Wegen Lesbenfotos droht Berlusconi neue Blamage

  • Publiziert: 06.07.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
play Autsch, langsam beginnen Silvio Berlusconi die Berichterstattung über seine Eskapaden und die Popularitätsverluste zu schmerzen. (AP)

ROM – Schürzenjäger Silvio Berlusconi möchte sich am G8-Gipfel als perfekter Gastgeber inszenieren – doch Europas Zeitungen halten neue fotografische Tiefschläge in der Hinterhand.

Die Gerüchteküche brodelt: Bald sollen neue Fotos auftauchen, die Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi blossstellen. Die englische «Sunday Times» berichtet von weiteren verfänglichen Aufnahmen aus der Residenz des Schürzenjägers auf Sardinien.

Sie sollen Berlusconi in einer Gartenlaube zeigen, wie er zwei hübsche Damen auf seinem Schoss hält, die rumknutschen – unter einem breiten Grinsen des «Cavaliere». Eine der beiden Schönheiten soll die rothaarige Ex-Big-Brother-Insassin Angela Sozio sein. Anschliessend inszenierte Sozio offenbar die «Hochzeit» Berlusconis: Er hält Händchen mit einer jungen Frau, während zwei andere knapp bekleidete Besucherinnen einen Hochzeitsmarsch trällern.

Grosses Archiv von 5000 Fotos

Die Aufnahmen stammen aus dem Archiv von Antonello Zappadu, der in den Jahren 2007 und 2008 insgesamt 5000 Paparazzi-Bilder vom Treiben in Berlusconis Villa knipste. Der Milliardär war damals noch Oppositionsführer. Auszüge aus der Bilderserie waren bereits im April 2007 unter dem Titel «Berlusconis Harem» im Magazin «Oggi» aufgetaucht.

Dass die restlichen Fotos gerade jetzt offenbar zahlreichen Zeitungen in Europa angeboten werden, ist kein Zufall: Ab Mittwoch präsentiert sich Berlusconi als Gastgeber des G8-Gipfels in LAquila, dem Ort des verheerenden Erdbebens im April – ein perfekter Zeitpunkt also, um den 72-Jährigen vor Obama, Merkel, Sarkozy und Co. zu blamieren.

Kein Wunder, kommen aus Berlusconis Amtsitz wütende Töne: Es handle sich bei den noch nicht veröffentlichten Fotos um Bildmontagen. Und überhaupt sei der Ministerpräsident das Opfer einer «krankhaften» ausländischen Pressekampagne, orchestriert vom australischen Medienmogul Robert Murdoch, dem Besitzer der «Sunday Times».

Popularität abgesackt

Ob dieser Versuch eines Befreiungsschlags viel nützt? Die Veröffentlichung erster Bilder von seinem Anwesen in der spanischen Zeitung «El País» – mit barbusigen Girls und einem Nacktbild des tschechischen ehemaligen Ministerpräsidenten Topolanek – haben Berlusconis Image ebenso lädiert, wie die Aussage einer Prostituierten, sie habe die Nacht von Barack Obamas Wahl am 4. November 2008 mit ihm verbracht. Und da ist noch die mögliche Affäre mit der 18-jährigen Noemi Letizia, wegen der ihm Gattin Veronica Lario den Laufpass gab (Blick.ch berichtete).

Berlusconis Popularität fiel in diesem Sommer der Enthüllungen von 73 auf immer noch sehr gute 62 Prozent. Im Katastrophengebiet von LAquila wird er auf eine wütende Bevölkerung treffen: 60000 Menschen warten auf den Wiederaufbau ihrer Häuser, 25000 von ihnen darben bei bis zu 44 Grad in Zeltstädten. Die Verbreiterung einer Autobahn für den G8-Gipfel brachten die Behörden dagegen in nur drei Wochen zustande.

Gut möglich, dass Berlusconi am Gipfel auch einen Rüffel von Frankreichs Première Dame Carla Bruni-Sarkozy kassieren wird. Die gebürtige Italienerin hatte nach einem der zahlreichen verbalen Ausrutscher Berlusconis bemerkt: «Manchmal bin ich wirklich froh, dass ich Französin geworden bin.» (hhs)

play Angela Sozio: Die Rothaarige soll Berlusconi mit heissen Lesbenszenen beglückt haben (Bild aus ihrer Zeit im italienischen Big-Brother-Container im Jahr 2003). (YouTube)

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