Das Öl-Desaster von
BP könnte erst das Vorspiel sein. Denn nächste Woche beginnt offiziell die diesjährige Hurrikan-Saison. Und die soll diesen Sommer besonders bös werden (siehe Box).Diese Aussichten machen schlimmste Horror-Szenarien wahrscheinlich. Dies lassen neuste Untersuchungen der US-Meteorologin Hemantha Wijesekera befürchten. Sie hat die Auswirkungen von Hurrikan Ivan aus dem Jahr 2004 unter dIe Lupe genommen. Resultat: Der zehntstärkste tropische Wirbelsturm aller Zeiten brachte nicht nur extreme Sturmwinde mit sich. Er wühlte das Meereswasser im Golf von Mexiko derart auf, dass die Wasserbewegungen noch bis in eine Tiefe von 90 Metern zerstörerische Kraft hatten, berichtet «abcNews».Das sind schlechte Nachrichten. Denn in dieser Region verbinden insgesamt 31‘000 Kilometer Pipelines die Öl-Plattformen draussen im Meer mit dem Festland. Ein Hurrikan könnte daher leicht eine weitere Katastrophe auslösen, glaubt Hemantha Wijesekera.Bedrohung für AufräumarbeitenDas ist aber noch nicht alles. BPs Öl-Katastrophe kam zum Auftakt der Hurrikan-Saison. Die demnächst losbrechenden Stürme werden die Aufräumarbeiten massiv behindern. «Öl-Barrieren sind gegen hohe Wellen machtlos», sagt Metereologe Mark Bourassa. «Stürme werden das ausgetretene Öl auch immer weiter verbreiten.»Die Aussichten für den Golf von Mexiko kurz vor der Hurrikan-Saison sind also düster. Entwarnung kann nicht einmal gegeben werden, wenn BP es demnächst doch noch schaffen sollte, das Öl-Leck zu stopfen. Aber nicht einmal dafür stehen die Chancen gut. (snx)
Über 20 Hurrikane zu erwarten
Die US-Wetterorgnisation NOAA erwartet für diesen Sommer eine der schlimsten Hurrikan-Saisons. Vom 1. Juni bis zum 30. November könnten über 20 tropische Wirbelstürme über den Golf von Mexiko hinwegbrausen. Ein Drittel davon könnte sich zu Hurrikanen der höchsten Klasse entwickeln. Bei diesem Szenario befürchten die NOAA-Wissenscaftler das Schlimmste für die Region. (snx)