Wegen der Eskalation zwischen Saudi-Arabien und Iran Weltmächte schlagen Alarm!

Die Eskalation der Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien ruft die Weltmächte auf den Plan. Nach den USA forderten heute auch China, Russland, Frankreich und Deutschland, die Krise umgehend mit diplomatischen Mitteln beizulegen.

Wütende Demonstranten setzten die Saudi-Botschaft in Teheran in Brand. play

Wütende Demonstranten setzten die Saudi-Botschaft in Teheran in Brand.

Reuters

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Wucher-Pille für 20 Franken Australische Schüler blamieren Abzocker Shkreli
2 Nach russischem Luftangriff Der letzte Clown von Aleppo ist tot
3 Die irrsten Zitate des neuen US-Verteidigungsministers «Es macht...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
43 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

Die Arabische Liga kommt am Sonntag in Kairo zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Riad habe das Treffen beantragt, um über die Angriffe auf die saudi-arabische Botschaft und das Konsulat im Iran zu sprechen, teilte Liga-Vizegeneralsekretär Ahmed Ben Helli heute mit. Überdies solle «die iranische Einmischung in arabische Angelegenheiten verurteilt werden».

Die seit langem schwelenden Spannungen zwischen dem sunnitischen saudischen Königshaus und der klerikal ausgerichteten schiitischen Führung im Iran haben sich durch die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen und entschiedenen Regimegegners Nimr al-Nimr und 46 weiteren Menschen in Saudi-Arabien verschärft.

Der oberste geistliche und politische Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, drohte dem saudischen Königshaus mit der «Rache Gottes». Auch die Revolutionsgarden kündigten «scharfe Vergeltung» an. Proteste gegen die Hinrichtung waren daraufhin am Wochenende in Teheran ausser Kontrolle geraten. Demonstranten stürmten und verwüsteten die saudi-arabische Botschaft in der iranischen Hauptstadt.

Greift hart durch: Saudi-König Salman. play

Greift hart durch: Saudi-König Salman.

imago/UPI Photo

Das saudische Königshaus reagierte mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen und der Ausweisung iranischer Diplomaten. Dem schlossen sich heute die ebenfalls sunnitische Golfmonarchie Bahrain und der Sudan an. Die Vereinigten Arabischen Emirate stuften die diplomatischen Beziehungen zum Iran herab.

Auch die deutsche Regierung zeigte sich besorgt über die Entwicklung. «Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Iran sind von grundlegender Bedeutung für die Lösung der Krisen in Syrien, im Jemen und für die Stabilität der gesamten Region», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Teheran unterstützt im Gegensatz zu Riad in Syrien Machthaber Baschar al-Assad und im Jemen die schiitischen Huthi-Rebellen, die von einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition bekämpft werden.

In Moskau erklärte ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter des Aussenministeriums der Agentur RIA, sein Land stehe als Vermittler zur Verfügung. Moskau unterhält enge Beziehungen zum Iran und hat sowohl bei dessen Einbeziehung in die Suche nach einer Lösung des Syrien-Konflikts wie auch beim Kompromiss um das iranische Atomprogramm eine entscheidende Rolle gespielt.

Auch das in der Nahost-Region gewöhnlich zurückhaltende China zeigte sich alarmiert: Man sei hochgradig besorgt, dass der Konflikt sich ausweiten könnte, erklärte das Aussenministerium in Peking. China zählt zu den grössten Ölimporteuren. Zuvor hatten schon die USA die Regierungen in der gesamten Region aufgerufen, ihren Einfluss geltend zu machen, um die Lage zu beruhigen.

Die Krise verschärft die Furcht vor weiteren konfessionellen Spannungen in der Region. Im Zentrum des Iraks wurden am Montagmorgen bei Bombenanschlägen auf zwei sunnitische Moscheen mehrere Menschen verletzt. Der Muezzin einer weiteren sunnitischen Moschee wurde nach Behördenangaben ermordet.

Bei einer Schiesserei in der saudi-arabischen Geburtsstadt des hingerichteten Geistlichen Nimr wurden in der Nacht zum Montag ein Zivilist getötet und ein Kind verletzt. Wer die Schüsse abfeuerte, war zunächst unklar.

Der schiitische Geistliche Scheich Nimr Baker al-Nimr wurde hingerichtet.   play

Der schiitische Geistliche Scheich Nimr Baker al-Nimr wurde hingerichtet.

 

Reuters

Der Führer einer schiitischen Miliz drohte, das Verbrechen an Scheich Nimr habe «das Tor zur Hölle» geöffnet. Das iranische Aussenministerium warf Saudi-Arabien vor, die Gewalt gegen seine Botschaft als Vorwand zu nutzen, um die Spannungen anzuheizen. Am Montag gingen in Teheran erneut tausende Menschen auf die Strasse, um gegen Riad zu protestieren.

Die Beziehungen zwischen Riad und Teheran sind seit der islamischen Revolution im Iran 1979 angespannt. Das sunnitische Saudi-Arabien wirft dem schiitischen, persischen Iran immer wieder eine Einmischung in arabische Angelegenheiten vor. (SDA(

Publiziert am 04.01.2016 | Aktualisiert am 04.01.2016
teilen
teilen
43 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

11 Kommentare
  • Michel  Wehner aus Zürich
    05.01.2016
    Lasst die machen. Noch viel besser, giesst noch Oel ins Feuer. Am Schluss hatt sich das Problem dann erledigt. Mindestens dann wenn sie sich gegenseitig abgeschlachtet haben.
  • Ewald  Rindlisbacher aus Grayland
    05.01.2016
    Solange sich die Muslims in den eigenen Laender bekaempfen, habe ich absolut kein Problem. Weder Saudi Arabien, noch Iran ist Freund des Westens.
  • Oliver  Hardy 04.01.2016
    Ich befürchte, daß in diesem Jahrhundert noch sehr viel Blut fließen wird bis der Islam seinen Frieden mit sich und anderen Religionen findet.
    Der Islam wird sich weiterentwickeln müssen. Die Frage ist, wie schmerzhaft dieser Prozess wird.
    • Guerino  Dal Santo , via Facebook 05.01.2016
      Der Islam will die Alleinherrschaft und keinen Frieden mit anderen Regligionen.
    • Bernd  Lehnherr , via Facebook 05.01.2016
      Die groesste Gefahr dieses Jahrhunderts ist der Islam und die Zerstrittenheit der verschiedenen Glaubensrichtungen.Die Weltmaechte muessen unbedingt Einigkeit zeigen.
    • Rolf  Hobi 05.01.2016
      Das kann noch sehr lange dauern, denn der Prozess der Reformation müsste im Inneren des Islams angestossen werden.

      Die heiligen Schriften, der Lebensplan der Muslime, die unumkehrbar, unhinterfragt und nicht anzweifelbar alle Denkweisen und Handlungen vorschreiben, lassen nichts an Spielraum zu.

      Das bisher recht gut funktionierende Zusammenleben einer sich nicht der Gottheit unterwerfenden Spezies fusst auf der Abschiednahme von altertümlichen religiösen Riten, Gebräuche und Märchen.

  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    04.01.2016
    Wird auch langsam Zeit, dass die Grossmächte erwachen und diesen kleinen Muskelspielern und Mördern Einhalt gebieten, schliesslich tragen sie die Verantwortung für diese Greueltaten, die zum Teil von ihnen selbst angezettelt wurden und die nun drohen, aus dem Ruder zu laufen.
    • Jean-Piere  Neidhart aus Sattahip/Chonburi
      05.01.2016
      @I.M.Giezendanner; Grossmaechte erwachen? Es sind ja vor allem die USA und Russland welche den Konflikt haben eskalieren lassen. Das ist wie beim Terrorismus; das Hauptproblem sind nicht die Terroristen sondern die Politik welche sie hat dazu werden lassen. Die Politik der Grossmaechte ist der Ausloeser aller Probleme welche die Welt derzeit plagen. Sinnvoler waere es, wenn man die Namen der verantwortlichen Politiker nennt und aufzeigt wie hinterhaeltig und verlogen diese Menschen agieren.
  • Rodolfo  Giavelottino 04.01.2016
    Schickt meine schwiegermutter an den golf.....und sie weist die streithähne in die schranken, dass alle bohrtürme wanken. Die scheichs und muftis werden wie geschlagene pudel abziehen und heilfroh sein, wenn das donnerwetter ohne weiteren flurschaden überstanden ist.