MOSKAU – Für einen Angriff auf betende Juden in einer Moskauer Synagoge ist ein Russe am Montag zu 13 Jahren Haft mit psychiatrischer Behandlung verurteilt worden. Das Gericht sah einen Mordversuch aus rassistischen Motiven als erwiesen an. Der Veruteilte war im Januar in die Synagoge eingedrungen und hatte neun Menschen mit einem Jagdmesser verletzt. In Russland leben nach Angaben der Vereinigung Jüdischer Gemeinden eine Million Juden. Die jüdische Gemeinschaft erlebt zurzeit nach einer Welle der Auswanderung eine Wiederbelebung. Wachsende Fremdenfeindlichkeit hat jedoch in den letzten Jahren zu hunderten von rassistisch motivierten Angriffen geführt. Menschenrechtsaktivisten beklagen, dass rassistische Gruppen durch die zurückhaltende Verfolgung solcher Straftaten ermutigt würden. Sie beklagen ausserdem, dass Schriften von Neo-Nazis und anderen Extremisten frei verkauft werden können.