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Jörg Haider war um 1.15 Uhr in einen Betonpfosten gerast und sich mehrere tödliche Verletzungen zugezogen. Der Rechtspopulist war sofort tot (Blick.ch berichtete). Doch was geschah in den Minuten vor seinem Unfall?
Soviel ist klar: Am 10. Oktober hatte Jörg Haider ein dichtgedrängtes Abendprogramm. Er besuchte die Bar «Bem Vindo». Machte um 21.45 Uhr einen Abstecher zur «Blitzlicht»-Party ins «Le Cabaret». Liess den Abend im «Stadtkrämer» ausklingen. Brisant: Der «Stadtkrämer» ist das Schwulenlokal der Stadt.
Sein Sprecher Stefan Petzner sagte, als Haider das «Le Cabaret» verliess, sei er stocknüchtern und fahrtauglich gewesen.
Wahrscheinlich ist, das Haider im Szene-Treff «Stadtkrämer» einiges an Alkohol konsumiert hat. Dem widerspricht jedoch der Betreiber Hans-Peter Gasser gegenüber der «Neuen Kärntner Tageszeitung»: «Ja, Haider war bei unserer Eröffnung. Laut meinen Kellnern hat er aber nichts bestellt und höchstens ein Mineralwasser getrunken.»
Haider war mit 170 km/h und 1,8 Promille unterwegs war, berichtete die Staatsanwaltschaft. Anwesende im «Le Cabaret» berichteten aber, er habe nur an einem Sektglas genippt, schreibt «Presse.at».
Wo sich Haider also in so kurzer Zeit betrunken hatte, bleibt offen. Fakt ist: Haider hatte zum Zeitpunkt seines Unfalls nur Alkohol im Blut. Die Gerichtsmedizin habe bei der Obduktion weder Drogen noch Medikamente oder Psychopharmaka festgestellt.
Haiders Familie erstattet nun Anzeige gegen den Staatsanwalt Gottfried Kranz wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses in Bezug auf Haiders Alkoholisierung. «Es ist beispiellos, dass Ergebnisse eines Obduktionsberichtes zuerst an die Medien und erst dann an die Familie gelangen», sagte Anwältin Huberta Gheneff.
Eine weitere Rolle im ganzen Fall spielt laut den österreichischen Medien auch Haiders Gemütszustand. So ist laut «Krone.at» von mehreren wütenden Telefongesprächen die Rede. Von SMS bei 170 km/h aus seinem Auto an seinen Sprecher Stefan Petzner.
Dieser ist der einzige, der Auskunft dazu geben könnte. Doch er schweigt. Sagt zwar wenig, dennoch vielsagend: «Ich habe es nicht verhindern können.» Er wolle die Familie schützen, so Petzner weiter: «Jörg Haider selbst hat den höchsten Preis gezahlt, den man zahlen kann, nämlich sein Leben». (num)
...Stefan Petzner.- Reuters