Hugh, Häuptling Benedikt Warum spricht der Papst eine Indianerin heilig?

Benedikt XVI. sprach Mohawk-Mädchen Kateri Tekakwitha heilig, die im 17. Jahrhundert zum Katholizismus konvertierte.

  • Publiziert: 22.10.2012
  • Von Georg Nopper
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Indianische Pilger auf dem Petersplatz.

(AP)

Das hat es noch nie gegeben: eine heilige Indianerin. In einer mehrsprachigen Predigt vor etwa 80 000 Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom gab Papst Benedikt XVI. gestern genau dafür seinen Segen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach Mohawk-Mädchen Kateri Tekakwitha heilig. Und mit ihr sechs weitere Persönlichkeiten.

Tekakwitha lebte von 1656 bis 1680 in der heutigen Grenzregion zwischen den USA und Kanada. Jesuitischen Quellen zufolge liess sie sich zum Katholizismus bekehren – auch wenn sie von den Stammesführern mit Schimpf und Schande eingedeckt und bedroht wurde.

Der Papst lobt bei seiner Predigt den «heldenhaften Mut» der Indianerin und der anderen Heiliggesprochenen. Tekakwitha habe die religiösen Überzeugungen ihres Volkes verworfen und sei ihrer Liebe zu Jesus treu geblieben, sagt Benedikt XVI. «Wir vertrauen ihr die Erneuerung des Glaubens in ganz Nordamerika an.»

Tekakwitha hatte ein schweres Leben. Wegen einer Pocken-Epidemie verlor die Indianerin bereits früh ihre Familie. Auch sie selbst erkrankte schwer. Ihre Haut war durch die Pocken völlig vernarbt. Zudem war sie fast blind. Daher auch ihr Name. Tekakwitha heisst «die, die gegen Dinge stösst».

Wundersam: Als Kateri Tekakwitha mit 24 Jahren starb, sollen ihre Pockennarben auf unerklärliche Weise verschwunden sein. Auch zahlreiche Kranke soll die Indianerin geheilt haben, und Taube sollen durch sie wieder gehört haben.

Beliebteste Kommentare

  • Martin  Braun , Zürich
    Für mich ist das Zynismus pur Rom hat im Mittelalter 100 tausende von Indios ermordet oder unter Zwang und Folter zum Christentum bekehrt.
    Und jetzt das? eine spähte Entschuldigung an die indigene Bevölkerung!
  • werner  mueller , hua hin
    Der Papst sollte sich eher mehr um die Lebenden kuemmern. Viele Menschen verstehen nicht was Verstorbene davon haben, wenn sie nun ploetzlich "heilig" sein sollen.

Alle Kommentare (9)

  • Peter  Aebi , Mumpf , via Facebook
    Es ist gut, dass die katholische Kirche durch heiligsprechung Menschen zu Vorbilder macht. Gerade heute, wo die Liebe erkaltet und es finster geworden ist in vielen Herzen, ermahne ich den Menschen, Liebe zu üben, damit es wieder wärmer wird auf dieser Welt!
    • 22.10.2012
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  • Andy  Crow , Zürich , via Facebook
    Und was bringt das jetzt den Indianer? Bekommen sie ihr gestollenes Land zurück. Eine Religion die mehr Geld ausgibt für Kirchen und Besitztümer als den Armen kann man nicht ernst nehmen!
    • 22.10.2012
    • 36
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  • Rudolf  Staub , Los Baños , via Facebook
    Wunderbar was der Papst macht. Diese 7 Menschen verdienen die Heiligsprechung fuer ihre Taten und Werke. Manche von ihnen haben ihr Leben mit deren Ermordung hingegeben. Antichristen verstehen das nicht.
    • Peter  Stoffel , Rorschach
      Ja, herrlich. Mit dem Christentum hat dies allerdings nichts zu tun und somit entfällt diesbezüglich das Wort "Antichrist". Jesus-Christus wollte nie solches und hat sich selbst dagegen gewehrt, eine neue Religion ins Leben zu rufen. Was er wollte war, die jüdische Religion von allem Firlefanz reinigen und diese Rekigion ihrer Urspürünglichkeit zuführen. Aber wir Menschen wissen ja alles besser - gelle.
      • 22.10.2012
      • als Kommentar auf Rudolf  Staub , Los Baños
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  • Thoresen  Einar , Trondheim
    Das ist wieder mal eine typische Progaganda des Papstes, an Zynismus kaum zu überbieten. Die katholische Kirche ist in grossem Masse mitverantwortlich am Genozid an der indigenen Bevölkerung in Amerika z.B. Padre Diego de la Landa = Maya-Schriften-Verbrennung. Der Papst braucht sich nicht zu brüsten, dass er nun eine Indianerin heilig spricht, das hilft niemandem und ist auch keine Entschuldigung am Massenmord an den Indianern. Tekakwitha ist jetzt die Gute und die Mohawks, die die eigenen traditionellen und spirituellen Werte verteidigten, die ach so Bösen. Es würde der indianischen Bevölkerung von heute viel mehr nützen, von der schwerreichen katholischen Kirche die nötige Unterstützung zu erhalten im Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Durchsetzung ihrer Rechte, Umweltzerstörung und vorallem auch für den Erhalt ihrer traditionellen Werte. - Aber eben, die katholische Kirche hat auch nach all den Jahrhunderten nicht dazugelernt!
  • Peter  Stoffel , Rorschach
    Es gibt zwar Dinge zwischen Himmel und Erde, die für uns unerklärlich sind. Unerklärlich allerdings ist für mich, wie menschen dazu kommen, Menschen Heilig zu sprechen und diese heiligen dann an zu beten. Für mich ist das Götzenkult und widerspricht dem ersten der 10 Gebote, die ja so gerne ins Feld geführt werden wenn es um den Glauben geht.
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