Warum gibt George W. Bush Presse-Konferenzen nur noch in der Moschee?

  • Publiziert: 19.12.2008, Aktualisiert: 02.01.2012

BAGDAD – Die Schuh-Attacke eines irakischen Journalisten auf US-Präsident George W. Bush hat alle möglichen Konsequenzen. Jetzt gibts auch den Schuh-Witz.

Und der geht so: «Warum hält US-Präsident George W. Bush Pressekonferenzen nur noch in einer Moschee ab? Weil da die Schuhe vor der Tür ausgezogen werden müssen.»

Der Schuh, der auf den so vielen Muslimen so verhassten Bush abgefeuert wurde, ist ein Produkt einer türkischen Fabrik. Und die erlebt jetzt einen wahren Auftragsboom!

Es seien Bestellungen über insgesamt 300000 Paare des bisher als Modell 271 gelisteten Schuhs eingegangen. Das sagte Fabrikbesitzer Ramazan Baydan: «Sogar aus Amerika ist jemand gekommen, um sich Vertriebsrechte zu sichern.»

Der Unternehmer will das Modell, einen braunen Schnürschuh aus Rindsleder mit dicker Sohle, jetzt in «Bush-Schuh» umbenennen. In diesem Jahr wurden bereits 30000 Paare gefertigt. In der Türkei kostet das Modell umgerechnet etwa 45 Franken.

Der Fernsehjournalist Montasser al-Saidi hatte eines davon am Sonntag bei einer Pressekonferenz nach Bush geworfen. Dieser war geschickt ausgewichen.

Rund 30 Familienmitglieder forderten am Freitag in Bagdad die sofortige Freilassung des Journalisten. «Er hat nichts Böses getan. Im Gegenteil: Er hat allen einen Gefallen getan», sagte eine seiner Schwestern, Um Saad. Bush selber hatte sich gegen eine harte Bestrafung des Angreifers ausgesprochen.

Verteidiger Abdulkader al-Kaisi erklärte, in seinem Geständnis habe der 28-jährige Journalist «nationalistische Motive» angeführt. Er habe mehrfach ansehen müssen, wie US-Soldaten Iraker erschossen hätten. (SDA/snx)

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