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«Ich träume seit sieben Jahren von diesem Augenblick», sagte Betancourt kurz nach ihrer Ankunft. «Ich habe so viel aus Schmerz und Erniedrigung geweint. Heute weine ich aus Freude», sagte sie mit belegter Stimme. Sie sei überglücklich, «zu leben und frei zu sein».
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni bereiteten der 46-Jährigen auf einem Militärflughafen bei Paris einen emotionalen Empfang. «Willkommen Ingrid Betancourt, Frankreich liebt Sie», sagte der sichtlich bewegte Präsident, der sie umarmte und an den Händen hielt.
Lösegeld statt spektakuläre Befreiung?
Trotz der grossen Freude über die Ankunft der Ex-Geisel in Europa kommen jetzt böse Gerüchte auf: Die spektakuläre Befreiung sei nur eine Inszenierung gewesen, berichtet das Westschweizer Radio RSR unter Berufung auf eine ungenannte, «glaubhafte und in den vergangenen Jahren mehrfach erprobte» Quelle.
In Wirklichkeit hätten die kolumbianischen FARC-Rebellen rund 20 Millionen Dollar für Betancourt und die 14 weiteren Geiseln bekommen, die vor knapp zwei Tagen im Südosten von Kolumbien freikamen.
Hinter dem Freikauf steckten die USA. Zusammen mit Betancourt waren am Mittwoch auch drei US-Bürger freigekommen. Bei ihnen habe es sich in Wirklichkeit um FBI-Agenten gehandelt, meldete RSR weiter. Merkwürdig sei auch, dass keine Videoaufnahmen von der Aktion gezeigt worden seien.
Die kolumbianische und die französische Regierung dementierten, Lösegeld gezahlt zu haben. Auch Betancourt selbst wollte den Bericht nicht glauben. Sie habe nicht den Eindruck gehabt, dass es eine Inszenierung gewesen sei, sagte sie. (SDA/noo)