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Ein Soldat vor dem völlig zerstörten Justizpalast von Bagdad. (AP)
Die Zahl der Todesopfer der beiden Bombenanschläge in Bagdad ist auf 155 gestiegen. Zudem wurden mehr als 500 Menschen bei dem schwersten Anschlag in der irakischen Hauptstadt seit mehr als zwei Jahren verletzt, wie die Polizei heute mitteilte.
Gestern hatten zwei Selbstmordattentäter binnen weniger Minuten zwei Bomben vor dem Justizministerium sowie einem Verwaltungsgebäude gezündet. Der erste Attentäter brachte seinen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in der Nähe des Justizministeriums zur Explosion. Der zweite Terrorist zündete seinen Sprengstoffwagen neben dem Gebäude des Provinzrates. Zu der Tat bekannte sich bislang niemand.
Über der Innenstadt stiegen dichte schwarze Qualmwolken auf. Augenzeugen berichteten, die Strassen seien mit Dutzenden von Leichen übersät. In ausgebrannten Autos, die von der Wucht der Detonation erfasst worden waren, lagen verkohlte Leichen.
Handschrift von al-Kaida
«Die Anschläge tragen die Handschrift von al-Kaida und Baath-Extremisten. Sie ähneln denen vom vergangenen August», sagte der Regierungssprecher Ali al-Dabbagh. Die Anschläge seien gegen die Parlamentswahl im Januar gerichtet. Die Opposition verdächtigt hingegen die Sicherheitskräfte des Landes in die Anschläge verwickelt zu sein.
Die Arabische Liga in Kairo verdammte die Attacken. In einer Erklärung heisst es, die Liga unterstütze die irakische Regierung bei allem, das dazu diene, Recht und Gesetz herzustellen und Gewalt und Terror zu bekämpfen.
Anschläge nehmen zu
Die Zahl der Anschläge im Irak ist seit dem Rückzug der US-Soldaten aus den Städten am 30. Juni wieder stark gestiegen. Am 19. August wurden bei Anschlägen auf das Aussen- und das Finanzministerium in Bagdad mindestens 95 Menschen getötet und mehr als 600 verletzt.
Damals machte die Regierung Anhänger der verbotenen Baath-Partei des gestürzten Machthabers Saddam Hussein verantwortlich, denen Syrien angeblich Unterschlupf gewährt. (SDA/hhs)
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Diese Amateuraufnahme zeigt, wie ein Bagdader Schutz vor der Explosion sucht. (AP)