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Verschwörungs-Theorie auf Youtube: Was am Berlusconi-Attentat ist echt?

Eine Woche nach dem Angriff auf Berlusconi ist ein Youtube-Video aufgetaucht. Darin wird behauptet: Das Attentat war inszeniert.

Aktualisiert um 15:50 | 21.12.2009
Nase gebrochen, Zähne verloren – dafür Sympathiepunkte gewonnen. Nach monatelangen Schlagzeilen über Sex- und Korruptionsvorwürfen steigt Berlusconi in der Gunst des Volkes wieder. 66 Prozent stehen plötzlich wieder hinter dem Ministerpräsidenten. Vor der Dom-Attacke waren es noch 48 Prozent.

Berlusconi-Gegner ist das nicht geheuer. In einem anonymen Youtube-Video machen sie glauben, dass die ganze Attacke auf Berlusconi eine Inszenierung war.

Woher kam plötzlich das viele Blut?


Die Verschwörungstheoretiker zeigen Bildabfolgen des Anschlags und stellen kritische Fragen:

  • Warum war unmittelbar nach dem Schlag kein Blut zu sehen? Der tiefe Schnitt, den man später sieht, hätte sofort bluten müssen.
  • Woher kam das grosse Taschentuch, mit dem Berlusconi sofort sein Gesicht verdeckte? Als er es wegnimmt, ist er plötzlich blutverschmiert.
  • Der italienische Premier hat gemäss Spital «mehr als einen halben Liter Blut» verloren. Wieso war dann aber kein Blut auf dem Hemd oder dem Anzug des Politikers?
  • Warum ist das Blut auf dem Gesicht Berlusconis bereits kurz nach dem Angriff sehr dickflüssig?
  • Eine Szene wird besonders hevorgehoben: Ein Bodyguard reicht dem blutenden Berlusconi eine kleine Flasche ins Auto. Die Verschwörungstheoretiker behaupten, dass es sich hierbei um eine Sprayflasche mit Kunstblut handelt.

Parteikollegen verurteilen die Unterstellung der Fälschung. «Ich kann nicht glauben, dass Leute die Attacke anzweifeln, nur weil er nicht genug Blut verloren haben soll», sagt Parteikollege Danielle Capezzone. Berlusconi selbst hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäussert – er ist für die nächsten 14 Tage krank geschrieben. (s5j)
Kurz nach dem Angriff: Es ist kein Blut zu sehen. (Screenshot Youtube)
Kurz nach dem Angriff: Es ist kein Blut zu sehen. (Screenshot Youtube)
Plötzlich hält sich der Ministerpräsident ein grosses Taschentuch übers Gesicht. (Screenshot Youtube)
Plötzlich hält sich der Ministerpräsident ein grosses Taschentuch übers Gesicht. (Screenshot Youtube)
Dann nimmt Berlusconi das Taschentuch weg – und überall ist Blut. (Keystone)
Silvio Berlusconi musste bös einstecken: Ein Mann attackierte ihn mit dem Mailänder Dom. Jetzt kommen Zweifel an der Attacke auf. (Keystone)
Berlusconis Umfragewerte steigen rasant: War die Attacke ein schlauer politischer Schachzug? (AP)
Täter Tartaglia: Er ist seit zehn Jahren wegen psychischer Probleme in Behandlung. (Reuters)
Die Tatwaffe: Mit einem solchen Mini-Dom schlug der 42-Jährige zu. (Keystone)
Das sagen Blick.ch-Leser
Ronald Schubert, Berlin - 13:23 | 22.12.2009
» Berlusconi kontrolliert genug Medien und was hier wie eine Verschwörung klingt, halte ich für glaubhaft. Ein Mann, der sich verfolgt wähnt und nicht allzu hoch in der öffentlichen Meinung dasteht, der hat auch genug Gründe, die öffentliche Meinung mit solchen Aktionen zu manipulieren!
Davide Costantini, Meilen - 10:09 | 22.12.2009
» @Daniels Daniel: Berlusconi kontrolliert die Medien? Kennen Sie den Corriere della Sera? Gut möglich, denn das ist die grösste Tageszeitung Italiens und gleichzeitig grösster Kritiker Berlusconis. Also vorsichtig sein mit solchen Behauptungen...
Daniels Daniel, Basel - 04:15 | 22.12.2009
» Man muss schon sehr naiv sein wenn man Herrn Berlusconi auch nur ein einziges Wort glaubt. Er kontrolliert und besitzt die Medien die über ihn berichten. Es ist naheliegend, dass Herr Berlusconi natürlich nicht plötzlich aufhört Theater zu spielen und zu einer ehrlichen Figur mutiert. Mir ist es von anfang an klar gewesen dass Berlusconi mehr hätte bluten müssen. Sorry, aber 2 Zähne verliert man doch nicht zuerst unblutig, So etwas ist direkt eine riesenschweinerei.Sie können jeden Boxer fragen!
Ulrich Künzi, Mexico - 02:44 | 22.12.2009
» Glaubt da wirklich jemand, dass sich Berlusconi für Werbezwecke die Nase einschlagen lässt? Das hat er doch nicht nötig. 48% Anerkennung während der Regierungszeit ist beachtlich. Ich bezweifle das unser BR das gleiche erreichen würde. Vielleicht sollte man einige Nasen einschlagen, mit Polanski als Regisseur
Martin Storchenegger, Bern - 22:32 | 21.12.2009
» Ich frage mich wann und wo die Zähne geflickt wurden. Sicher nicht im Spital. Und auch nicht im Tessin, wo er bald zum x-ten Lifting hinfahren wird. Ich sage euch - in Italien ist Vieles möglich...
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