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Es war auf den Tag genau vor einem Jahr, als am 2. Februar 2011 Schergen des Mubarak-Regimes auf Kamelen den Tahrir-Platz in Kairo stürmten. Als der Aufstand der ägyptischen Massen blutig wurde, waren es Ultras, welche mit Steinen und Barrikaden die Demonstranten vor Mubaraks Schlägern schützte.
Wenige Tage später, am 11. Februar, hatte die Revolution den Sieg errungen. Anhängern des gestürzten Regimes haben sich diese Tage als Schande ins Gedächtnis gebrannt.
Warum sahen Sicherheitskräfte tatenlos zu?
«Al-Ahly Ultras waren mit die aktivsten und lautesten Revolutionäre», schreibt «Al-Dschasira»-Reporterin Dima Khatip in ihrem Blog. «Jetzt sind viele Ultras tot. Überraschender weise – oder auch nicht – jene von al-Ahly.» Wie sie fragen sich heute viele in Ägypten, ob das Blutbad von Port Said nicht etwa politisch motiviert war.
Auf Youtube machen Videos die Runde, die zeigen, wie Sicherheitskräfte tatenlos zusehen, als der Fussballplatz gestürmt wird. Auf dem Feld wurde regelrecht Jagd auf Fans von al-Ahly gemacht. Als die Fans das Stadion verlassen wollten, standen sie vor verschlossenen Tore. Dort sollen laut dem «Guardian» die meisten Menschen ums Leben gekommen sein.
Militärrat in der Kritik
Was sich da abspielte sei «ein Krieg gewesen, der geplant worden ist», meinte später ein Mannschaftsarzt im Klub-TV von al-Ahly. Im ägyptischen Staats-TV machte ein Parlamentarier der Muslimbruderschaft direkt die militärische Führung des Landes für die Tragödie verantwortlich: «Die Männer Mubaraks regieren immer noch. Der Kopf des Regimes ist gefallen, aber alle seine Männer sind noch in ihren Ämtern.»
Der regierende Militärrat, so der Vorwurf, habe kein Interesse an den Zielen der Revolution und wolle den Prozess der Demokratisierungen abbremsen. «Heute Abend hat jemand Rache an der Revolution geübt», wird ein ägyptischer Journalist bei «Spiegel.de» zitiert. Er macht indirekt den Militärrat für die Tragödie verantwortlich.
«Nieder mit der Macht des Militärs», schrien gestern die Massen, als der Sonderzug aus Port Said in Kairo einfuhr. Dann marschierten sie gemeinsam mit den zurückgekehrten Ultras Richtung Tahrir-Platz. Dem Ort, wo die Ägypter bereits vor einem Jahr für Demokratie und Freiheit kämpften.(rrt)
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