Fall Kachelmann Vorwürfe gegen den Richter: Unabhängigkeit in Frage gestellt

  • Publiziert: 18.07.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

MANNHEIM – Der Prozess gegen Jörg Kachelmann rückt näher. Jetzt wird erstmals auch auf den Richter gezielt.

In einem Bericht der «SonntagsZeitung» wird die Neutralität des Richters im Fall Kachelmann in Frage gestellt. Gerichtspräsident Michael Seidling käme aus dem gleichen Ort wie die Familie des mutmasslichen Vergewaltigungsopfers. Zudem sei er wie der Vater des Opfers engagiert in einem Turnverein. Allerdings, so schreibt das Blatt selber, handle es sich um zwei verschiedene Vereine.

Der Richter macht in der «SonntagsZeitung» klar: «Ich kenne weder den Vater noch das Opfer. Es gibt keine Nähe zwischen uns.»

Manöver vor Prozessbeginn

Dieses Intermezzo zeigt: Es wird im Vorfeld des Prozesses (Start am 6. September) mit harten Bandagen gekämpft. Nachdem eines Gutachtens versucht wurde, die Aussagen der langjährigen Kachelmann-Freundin und das Handeln des Staatsanwalts in Zweifel zu ziehen, wird jetzt der Richter ins Visier genommen.

Für Kachelmann steht viel auf dem Spiel. Wird er wegen Vergewaltigung verurteilt, drohen im Gefängnis bis zu 15 Jahren. Er bestreitet die Tat nach wie vor. (roc)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Er wollte kein Hörgerät tragen Marvel kreiert Superhelden für Vierjährigenbullet
3 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet

Ausland