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In einem Bericht der «SonntagsZeitung» wird die Neutralität des Richters im Fall Kachelmann in Frage gestellt. Gerichtspräsident Michael Seidling käme aus dem gleichen Ort wie die Familie des mutmasslichen Vergewaltigungsopfers. Zudem sei er wie der Vater des Opfers engagiert in einem Turnverein. Allerdings, so schreibt das Blatt selber, handle es sich um zwei verschiedene Vereine.
Der Richter macht in der «SonntagsZeitung» klar: «Ich kenne weder den Vater noch das Opfer. Es gibt keine Nähe zwischen uns.»
Manöver vor Prozessbeginn
Dieses Intermezzo zeigt: Es wird im Vorfeld des Prozesses (Start am 6. September) mit harten Bandagen gekämpft. Nachdem eines Gutachtens versucht wurde, die Aussagen der langjährigen Kachelmann-Freundin und das Handeln des Staatsanwalts in Zweifel zu ziehen, wird jetzt der Richter ins Visier genommen.
Für Kachelmann steht viel auf dem Spiel. Wird er wegen Vergewaltigung verurteilt, drohen im Gefängnis bis zu 15 Jahren. Er bestreitet die Tat nach wie vor. (roc)