WIEN/ATHEN - Die Meldung lautete: «Griechen-Insel Ikaria will Österreich beitreten.» Wirklich?
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Die malerischen Buchten auf Ikaria hätten die Österreicher sicher gern ihr Eigen genannt.
(Screenshot www.island-ikaria.com)Genug von der Krise! Die griechische Insel Ikaria will mit dem gebeutelten Mutter-Staat im fernen Athen nichts mehr zu tun haben und hat eine Exit-Strategie: die Angliederung an Österreich.
Das schrieb zumindest gestern die italienische Zeitung «Libero» und zitierte dabei Aktivisten, die Ikarias Anschluss an das wohlhabende Österreich fordern. Anlass dafür sei ein Annektierungs-Abkommen zwischen Athen und Ikaria, das diese Woche nach 100 Jahren auslaufe.
Die österreichischen Medien stürzten sich auf die Geschichte und sorgten für Aufregung in der griechischen Botschaft in Wien. Präventiv hiess es dort, dass man Ikaria nicht herausrücken werde. «Die Insel ist ein untrennbarer Teil des griechischen Staatsgebiets», hiess es.
Derweil liess ein österreichischer Völkerrechtler bereits verlauten, «ein Beitritt wäre kein Problem». Viele Österreicher träumten wohl schon von ihren Ferien im zehnten Bundesland Ikaria.
Doch heute platzte der Traum und stellte sich als griechische Sage heraus.
Ikarias Bürgermeister Christodoulos Stavrinadis muss über das Sommermärchen lachen: «Das ist ein netter Scherz, nicht mehr», sagt er zu «oe24.at». Die Meldung sei Unsinn. «Weder wollen wir weg von Athen, noch planen wir Anschluss an Österreich.» Der Journalist sei wohl, wie Ikarus, ein bisschen übermütig gewesen.
«Es besteht auch kein auslaufendes Abkommen zwischen Athen und Ikaria.» Die Insel feiert diese Woche bloss 100 Jahre Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich, die sie 1912 erlangte. Dass die Geschichte nur ein Scherz ist, war eigentlich absehbar. Würde Ikaria sich tatsächlich einen neuen Staat aussuchen, wäre es ja wohl eher die Schweiz. (kko)
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