Von Boko Haram in Nigeria entführt 21 Mädchen dank Schweizer Hilfe befreit

LAGOS - Die Terrormiliz Boko Haram hat 2014 über 250 Mädchen aus einer Schule im Nordosten Nigerias entführt. Nachdem bereits Dutzenden Kindern die Flucht gelang, konnte die Regierung nun 21 weitere Mädchen befreien. Daran beteiligt war auch die Schweiz.

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Rund zweieinhalb Jahre nach der Entführung durch die islamistische Terrormiliz Boko Haram sind 21 Mädchen aus dem nigerianischen Ort Chibok freigekommen. Die Geiselhaft der Mädchen sei beendet, erklärte Regierungssprecher Mallam Garba Shehu am Donnerstag.

Sie seien nun in Sicherheit. An den Verhandlungen zwischen der sunnitischen Miliz und der Regierung seien auch das Internationale Rote Kreuz (IKRK) und die Schweizer Regierung beteiligt gewesen, hiess es. Die Gespräche würden fortgesetzt.

«Wir haben heute 21 der Chibok-Mädchen überstellt und der nigerianischen Regierung übergeben», bestätigte eine Sprecherin des IKRK in Genf. «Wir agierten als neutraler Vermittler, aber verhandelten nicht als solches.»

Die Schweiz vermittelte

Die Schweiz habe auf Anfrage der nigerianischen Regierung die Kontakte zwischen Regierungsvertretern und Boten von Boko Haram erleichtert, sagte ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Ziel sei die Befreiung der verschleppten Mädchen gewesen.

Boko Haram: 21 Chibok-Mädchen sind dank Schweizer Hilfe befreit play
Die Mädchen waren im April 2014 verschleppt worden. Keystone

Das Schweizer Engagement sei humanitär begründet; der Einsatz respektiere die Grundsätze der Neutralität und der Nichteinmischung. Die Schweiz forderte weiterhin die rasche Befreiung aller entführten Mädchen.

Befreite Mädchen werden psychologisch betreut

Informationsminister Lai Mohammed wies Medienberichte über einen Tausch von Geiseln gegen Terroristen der Boko Haram zurück. Bei einer Medienkonferenz in Abuja sprach er von einem «Ort des Austauschs». Auf die Frage, ob und in welcher Höhe Geldsummen flossen, ging er nicht ein.

Ein Team von Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern sollte die Mädchen in der Hauptstadt Abuja empfangen, sagte Mohammed. Auch Präsident Muhammadu Buhari begrüsste die Freilassung der Geiseln.

Mehrere Kinder konnten fliehen

Im April 2014 waren 276 überwiegend christliche Schülerinnen aus dem Ort Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno verschleppt worden. 57 Mädchen gelang wenige Stunden später die Flucht. Mehr als 200 galten weiterhin als vermisst.

Im Mai kamen die ersten beiden von ihnen frei: Die erste, eine 19-Jährige, wurde im Sambisa-Wald im Bundesstaat Borno von einem Suchtrupp gefunden, die zweite wurde zwei Tage später entdeckt und in Sicherheit gebracht.

Die Entführung löste international Entsetzen aus. Die Kampagne zur Befreiung der Mädchen («Bring Back Our Girls») wurde unter anderem auch von US-First Lady Michelle Obama unterstützt.

«Wir vertrauen darauf, dass unsere Regierung weiterhin der Sicherheit und dem Wohlergehen der anderen Mädchen hohe Bedeutung beimisst», teilte die Leitung der Kampagne mit. Sie forderten auch die internationale Gemeinschaft zur weiteren Unterstützung auf, damit «Eltern, die Chibok-Gemeinschaft, die Nation und die Welt endlich ein für alle Mal diesem Albtraum ein Ende bereiten können».

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20'000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben. (SDA)

Publiziert am 14.10.2016 | Aktualisiert am 18.10.2016
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  • Boris  Kerzenmacher 14.10.2016
    Der nigerianische Präsident scheint sein Wahlversprechen zu halten und lässt die Armee gegen diese Bande vorgehen. Auch dank der Mithilfe in einer Koalition der Armeen von Kamerun, Tschad und Niger sieht es so aus, als würde Boko Haram zunehmend an Boden verlieren. Leider aber sind sie keineswegs zahnlos, auch wenn einer ihrer Unterstützer im Tschad, der sie mit Waffen versorgte, aus dem Verkehr gezogen wurde.
    So ist zu befürchten, dass Boko Haram vermutlich recht bald zurückschlagen wird.