«Viele Flüchtlinge leiden an Erfrierungen» Die eiskalte Hölle von Belgrad

BELGRAD - In der serbischen Hauptstadt harren unzählige Flüchtlinge in eisiger Kälte bei unmenschlichen Bedingungen aus – in der Hoffnung, irgendwie in den Norden zu kommen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Wegen eines Zuges Serbien und Kosovo gehen aufeinander los
2 Schweizer Mädchen Que (6) und Mutter wieder vereint Jetzt spricht...
3 Trump über Merkel, Aleppo und Nuklearwaffen Der Zerfall der EU ist...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
7 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

Es hat die letzten Tage stark geschneit in Serbien, die Temperaturen liegen bei minus zehn Grad. Ein eisiger Wind weht um die verlassenen Industriehallen in Belgrad, wo sich Menschen um ein Lagerfeuer scharen.

Tausende Flüchtlinge harren bei diesen Temperaturen in der serbischen Hauptstadt aus – ohne Heizung, Elektrizität und fliessendes Wasser. Über dem Feuer schmelzen sie Schnee, um sich waschen zu können. Einmal am Tag verteilt eine Flüchtlingsorganisation Essen. 

Wachsende Zahl von Migranten

Die Grenzen zu Ungarn und Kroatien sind geschlossen – und werden rund um die Uhr überwacht. Trotzdem hoffen die Flüchtlinge weiter auf eine Zukunft in Europa. 

Ihre Zahl in Serbien steigt stetig an: Im Juni waren es 2000 Personen, heute sind es 7500 Menschen, schreibt die NZZ, hauptsächlich Männer aus Afghanistan, Pakistan und dem Irak. 

Menschenhändler machen die Runde

Gemäss dem Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR kommt es regelmässig zu illegalen Abschiebungen aus Ungarn und Kroatien. Auch Serbien hat  angefangen, Geflüchtete nach Bulgarien und Mazedonien zurückzuschicken. Zudem geht die Angst vor Menschenhändlern um: Viele der Flüchtlinge in den Lagerhallen sind unbegleitete Minderjährige, schreibt «Bild». Pädophile würden versuchen, ihre Lage ausnutzen.

«Die Zustände sind wirklich verheerend», sagt Ninja Taprogge von der Hilfsorganisation Care International zum «Deutschlandfunk». Sie hat mehrere offizielle und inoffizielle Lager in Belgrad besucht. 

Besonders in den wilden Camps fehle es an Wärmequellen und warmer Kleidung. Die Menschen würden dort ausharren, weil sie sich vor einer Rückführung fürchten. «Viele der Flüchtlinge leiden bereits an Erfrierungen und müssen gucken, dass sie in Unterkünfte kommen, die beheizt sind, damit sie weiterleben können.» (kra)

Publiziert am 13.01.2017 | Aktualisiert am 14.01.2017
teilen
teilen
7 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

4 Kommentare
  • Mario  Böni , via Facebook 14.01.2017
    Warum bringt der Blick nicht eine Serie über Obdachlose in Europa, die auf der Strasse erfrieren. Und die haben gearbeitet und eingezahlt und werden jetzt von den Regierungen und Medien im Stich gelassen.
  • Rolf  Gurtner aus Münsingen
    14.01.2017
    Und dann hört man Berichte aus Como, wonach die Aufnahme-Zentren zu zwei Drittel leer seien. Weil sich die Damen und Herren nicht registrieren lassen wollen. Na, dann friert Mal schön. Bin gespannt, wann da endlich Einsicht und Kooperation eintritt. Bis dahin hält sich mein Mitleid in Grenzen.
  • Thomas  Fahrer , via Facebook 14.01.2017
    Das Wie und Warum interessiert im Angesicht dieses Elends überhaupt nicht. Man kann den ganzen Tag analysieren und spekulieren, meistens nur um das eigene Gewissen zu beruhigen und hat damit ... nichts getan! Fakt ist: die Menschlichkeit hat versagt im reichen Europa. Angst, Missgunst und Rassismus herrschen immer mehr, gezielt geschürt durch die üblich bekannten "Politiker" (Selbstdarsteller). Es ist ein unwürdiges und trauriges Spiel!
  • Ernst  Dittmar aus Adliswil
    13.01.2017
    Und die heldenhaften westlichen NATO-Truppen kämpfen verbissen weiter gegen die legitime und durch die UNO anerkannte syrische Regierung. Die martialischen Kämpfer der NATO treten noch immer Flüchtlingswelle um Flüchtlingswelle los. Die USA sind gerade dabei, die syrischen Rebellen mit hochkarätigen Fliegerabwehrwaffen auszurüsten, auf dass ja kein Friede entstehen kann. Das Leiden muss weitergehen, so wollen es die Hintermänner. Denn Krieg ist ein grossartiges Business. Für Geld tun die alles!