Verzweifelte Hilferufe aus der syrischen Millionenstadt Endzeit in Aleppo

DAMASKUS - Assads Truppen sollen bald Aleppo unter ihrer Kontrolle halten. Aus dem brutalen Gemetzel senden Zivilisten letzte Botschaften.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Genf, Sydney, Washington Frauen marschieren gegen Trump
2 Sie spielten Billard, als die Schneewalze kam Hotel-Kinder überlebten...
3 Trump erträgt die Wahrheit nicht «Noch nie wohnten so viele Menschen...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
70 shares
14 Kommentare
Fehler
Melden

Die syrische Millionenstadt Aleppo wird zum Massengrab. Nach dem Gemetzel zwischen Assads Truppen und den Rebellen sind alleine in den vergangenen Tagen mindestens 82 Zivilisten auf der Strasse oder in den eigenen Häusern hingerichtet worden. Darunter auch elf Kinder! Die Uno geht davon aus, dass es Assads Truppen waren.

Die Bewohner verstecken sich. Viele harren tagelang ohne Strom in der Dunkelheit aus. Oft fehlt ihnen auch Wasser.

Wer Handy-Empfang hat, versendet Hilferufe. Es sind die letzten Botschaften. Ein Mr. Alhamdo nennt sein Video «Last Call from Aleppo». Per Twitter fleht er: «Bitte rettet das Leben meiner Tochter und anderer. Das ist ein Aufruf eines Vaters.»

TWITTER

Lina Shamy wendet sich per Twitter an die Öffentlichkeit: «Das könnte mein letztes Video sein. Wir sind hier einem Genozid ausgesetzt. Geht nicht schlafen, ihr könnt etwas tun.»

Und auch das berühmt gewordene Mädchen Bana, dem auf Twitter über 245’000 Menschen folgen, hat keine Hoffnung mehr. Ihr Vater sei verletzt. Jetzt meldet sie: «Ich bin Bana, ich bin sieben Jahre alt. Das ist mein letzter Moment, in dem ich lebe oder sterbe. Bana.»

Die syrische Armee ist kurz davor, den letzten Teil der Stadt einzunehmen. Für Präsident Baschar al-Assad wäre es der wichtigste Sieg seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011.

Während in den einen Stadtteilen Menschen um ihr Leben kämpfen, gehen in anderen Vierteln Assad-Getreue jubelnd auf die Strasse. Sie schwenken syrische Fahnen, sie singen und tanzen. Einer ruft: «Das ist der beste Tag meines Lebens. Ich kann nicht glauben, dass dieser Tag gekommen ist. Gott segne die Armee.»

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ist entsetzt. Sie sagte gestern in Berlin: «Die Situation ist desaströs. Es bricht einem das Herz.» Sie appelliert an Assad, aber auch an dessen Unterstützer Russland und Iran: Schützt die Zivilbevölkerung, setzt diesem Gräuel ein Ende! (gf)

Publiziert am 14.12.2016 | Aktualisiert am 22.12.2016
teilen
teilen
70 shares
14 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

14 Kommentare
  • François  Wiget aus Zürich, Schweiz
    14.12.2016
    Ich habe Freunde (Sunniten und Christen) im Libanon. Fast jeder Libanese hat Familie in Syrien. Sie sind alle heilfroh, wenn Assad wieder das Land kontrolliert und alle Religionen wie früher in Friede leben dürfen. Gewisse westliche Politiker und Medienverantwortliche sollte man vor einem internationalen Gericht Anklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wenn Assad gefallen wäre, hätte man in Syrien die gleiche Situation gehabt wie in Libyen. Der Irak ist nur wegen der Kurden stabil.
    • Hans  Sack , via Facebook 14.12.2016
      Assad kann man nicht schönreden, viele Christen sind in den Libanon und in die USA geflohen. Aber sehen Sie das gleiche läuft ja in Korea auch ab. Da gibt es den Süden wo ich auch Freunde habe und den Norden mit diesem bekannten Verrückten. Die Meisten wollen nun dass die USA dort im Norden intervenieren, aber wenn die USA dann etwas unternehmen heisst es bald wieder in den Bünzlikomments: Was haben die USA dort verloren? Ja, man kann es NIE richtig machen!
  • Walter  Zimmermann aus Jona
    14.12.2016
    Trump wurde vom Volk gewählt, meines Wissens Assad auch. Oder bin ich falsch informiert? Syrien war ein vorbildliches Land. Und dann wurde es von wem zerstört?? Assad oder vielleicht doch die Aufständischen? Was passiert aktuell in der Türkei? Erdogan dürfte weit schlimmer sein als Assad es war. Beide vom Volk gewählt?
  • John  Livers aus St.Gallen
    14.12.2016
    Für was brauchen die Rebellen freien Abgang? Damit sie sich an einem anderen Ort wieder neu Organisieren können und das Leid von neuem losgeht?
  • John  Livers aus St.Gallen
    14.12.2016
    Wenn diese Familie vor Assads Truppen flüchten muss sind es Rebellen. Oder, 2. Möglichkeit, die Familie flüchtet vor den Rebellen die sie vorher als Schutzschild benutzt haben. Leider sind alle Nachrichten aus diesem Gebiet westl. Propaganda. Wie sonst hört man nicht mehr über die Befreiung Mosuls wo die Westl. Allianz bombardiert?
  • Bernd  Matzgen 14.12.2016
    Kann man getrost anderer Meinung sein. Aber Weihnachten wirds freuen, wenn Sie nicht mehr feiern, auch wenns nicht hilft. Aber Hauptsache Sie können dann wieder ruhigen Gewissens schlafen. Ich kanns auch so.
    • Martin  Arnold aus Derendingen
      14.12.2016
      Nun Herr Matzgen.
      Viel zynischer kann man es nicht mehr ausdrücken. Der ganze Westen inkl. CH ist für dieses Schlamassel mitverantwortlich.....
      Wir liefern Kriegsmaterial und diese Kriesengebiete, wenn auch nicht direkt nach Syrien...
      Wir profitieren über Arbeitsplätze und Steuern von diesen Geschäften.....
      Meistens mit dem Argument:
      Wenn wir nicht, dann ein Anderer!!!!
      Ich wünsche Ihnen einen ruhigen Schlaf mit reinem Gewissen.....
    • Gian  Zender , via Facebook 14.12.2016
      Ja sicher, Herr Derendingen, der Westen ist Schuld am ganzen Schlamassel im Nahen Osten. Der grösste Fehler des Westens bzw. der USA war, die Despoten dieser Region zu entfernen und die salafistischen Rebellen zu unterstützen. Wünsche Ihnen auch einen guten Schlaf.
    • Martin  Arnold aus Derendingen
      14.12.2016
      @Herr Zender.
      Der Westen klatschte eifrig Beifall als die USA dort eingriff. Der Westen versucht schon lange denen eine Lebensphilosophie aufzuzwingen, die diese Völker nicht wollen und nie wollten. Wir profitierten vom billigen Öl und anderen Bodenschätzen von all diesen Staaten. Wir haben geholfen die USA in diese Rolle zu drängen.....
      In unserer heutigen, egoistischen, rücksichtslosen Welt habe ich den ruhigen Schlaf schön lange verloren.....