Prostituierte Patrizia D'Addario (42) Versprach ihr Berlusconi einen Sitz im EU-Parlament?

ROM – Escort-Girl Patrizia D'Addario ist sauer. Silvio Berlusconi habe sie für ihre Dienste nie bezahlt. Dafür habe man ihr einen Sitz im EU-Parlament angeboten.

  • Publiziert: 27.07.2009, Aktualisiert: 13.01.2012
play Wartet fast täglich mit neuen Gerüchten über den mächtigsten Mann Italiens auf: Patrizia DAddario. (Screenshot Youtube)

Patrizia DAddario steht im Zentrum des Sex-Skandals um den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Die Prostituierte behauptet, eine Nacht mit ihm verbracht zu haben. Und kann sogar Tonbänder vorlegen, die das scheinbar belegen (Blick.ch berichtete). Berlusconi streitet alles ab: Das Ganze sei Teil einer Verschwörung gegen ihn.

Nichts als leere Versprechungen

Berlusconi habe sie für ihre Dienste nie bezahlt, klagt DAddario. Das Einzige seien 1000 Euro gewesen, welche sie von Unternehmer Giampaolo Tarantini erhalten habe, der die Prostituierte an Berlusconi vermittelt haben soll.

Auf weitere 1000 Euro, die ihr zusätzlich versprochen worden waren, habe sie vergeblich gewartet. Weil sie bei einem ersten Treffen, einem Nachtessen mit Berlusconi, Tarantini und etwa 20 Mädchen, nicht über Nacht habe bleiben wollen, vermutet sie.

Trotzdem sei es zwei Wochen später nochmals zu einem Treffen mit Berlusconi gekommen. Und dieses Mal habe sie sogar bei ihm übernachtet. Doch noch immer habe sie kein Geld gesehen. Dafür habe ihr der Premier etwas versprochen: «Er hat mir versprochen, zwei Personen zu mir zu schicken, um ein Problem mit einer Baubewilligung zu lösen», so DAddario.

Doch dieses Versprechen habe Berlusconi nie eingelöst. Stattdessen habe man ihr einen Sitz im EU-Parlament versprochen. Giampaolo Tarantini habe sie um ihren Lebenslauf gebeten wegen einer Kandidatur bei den Europawahlen. Am Ende klappte das jedoch auch nicht – und DAddario fand sich auf den Listen der Gemeindewahlen in Bari wieder.

«Das war mir alles ziemlich egal», erzählt sie der französischen Zeitung «Le Journal du Dimanche». «Das Einzige, was mir wichtig war, war diese Baubewilligung.»

Ein Leben in Angst

Dann habe sie vermutlich einen Fehler gemacht, indem sie einer Freundin von den Aufnahmen bei Berlusconi erzählte. Seither fühle sie sich bedroht, so DAddario. Jemand habe bei ihr eingebrochen und beinahe alles mitgenommen. «Alle meine Kleider, inklusive meiner Unterwäsche. Alle CDs, den Computer. Alles, was als Beweis hätte dienen können.» Dann habe es auch noch andere Dinge gegeben, über die sie jedoch nicht sprechen könne.

Fest steht: DAddario wäre nicht die einzige attraktive Frau gewesen, die für Berlusconi hätte im EU-Parlament Einsitz nehmen sollen. Eine ganze Reihe von Frauen, darunter eine Soap-Schauspielerin und eine Teilnehmerin der italienischen Ausgabe von «Big Brother», musste der Premier wieder von der Liste streichen, nachdem seine Frau Veronica Lario öffentlich dagegen protestiert hatte. (noo)

play Wollte mehrere gutaussehende Showgirls ins EU-Parlament nach Strassburg schicken: Silvio Berlusconi. (Keystone)

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