Prügelschüler Verharmlost Schweizer Polizist ihre Vergangenheit?

  • Publiziert: 09.03.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

MÜNCHEN – Zweiter Prozesstag gegen die Küsnachter Prügelschüler. Polizisten treten als Zeugen auf. Darunter auch ein Schweizer.

Insgesamt acht Polizisten machten im Verlauf des Tages ihre Aussagen. Darunter auch ein Schweizer Polizist. Seine Aufgabe war es, die Vergangenheit von Mike, Benji und Ivan zu beleuchten und das Gericht in München über frühere Straftaten der drei zu unterrichten. Denn alle drei angeklagten Schüler sind vorbestraft. Wegen Hausfriedensbruch, Körperverletzung und Raubversuch (Blick.ch berichtete).

Dennoch beurteilte der Schweizer Polizist diese Straftaten lediglich als «jugendtypisch».

Gerichtssprecherin Margartete Nötzel erläutert die Aussagen des Polizisten: «Der Zeuge hat gesagt, da wäre abgesehen von Jugendtypischem überhaupt nichts gewesen, was in die Richtung der Ereignisse geht, um die es hier geht.» Für die drei Angeklagten geht es um versuchten Mord und schwere Körperverletzung.

«Sie sassen da wie auf der Schulbank»

Auf die Frage eines Reporters, wie es den Angeklagten heute gehe, sagte Nötzel: «Da sie heute alle drei kein einziges Wort gesagt haben, ausser wahrscheinlich guten Morgen, ist eine Einschätzung meines Erachtens unmöglich. Die sassen da und haben gelauscht.»

Die Jugendlichen hätten weder flegelhaft noch lässig gewirkt, aber auch nicht extrem angespannt. «Sie sassen da auf der Schulbank.»

Drei von fünf Opfern befragt

Diesen Nachmittag kommen auch noch drei von fünf Opfern zu Wort. Und morgen werden voraussichtlich die zwei weiteren Opfer in den Zeugenstand treten.

Schliesslich werden auch Mitschüler der drei Angeklagten befragt werden. Dies ist für Donnerstag geplant.

Eltern sehen Spösslinge nur in Handschellen

Auch die Eltern der Teenager wohnen der Verhandlung bei. Sie werden gemäss Nötzel am 29. März befragt.

Die Eltern müssen zuschauen, wie ihre Sprösslinge in Handschellen in den Gerichtssaal geführt werden. Nebst Augenkontakt vermutet Nötzel, dass die Eltern in den Sitzungspausen aber auch mit ihren Sprösslingen reden dürfen: «Ich bin ziemlich sicher, dass die in den Sitzungspausen Kontakt haben.» (gux/su4)

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