«Vergewaltigt, ermordet, versenkt»

  • Publiziert: 12.01.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

Die neuste Spur im Drama um die verschwundene Maddie führt ins Rotlicht-Milieu – und weckt schlimmste Befürchtungen.

Ist es wahr, was Marcos Aragao Correia gegenüber der britischen Zeitung «Daily Mail» sagte, besteht für Madeleine McCann keine Hoffnung mehr. Der portugiesische Anwalt behauptet, zwei Tage nach Maddies Verschwinden von Insidern aus dem Rotlicht-Milieu kontaktiert geworden zu sein. Mit der schrecklichen Nachricht, das kleine Mädchen sei entführt, vergewaltigt, ermordet und anschliessend in einem See versenkt worden sein.

Correia wollte nach eigenen Angaben die portugiesische Polizei informieren, stiess aber auf taube Ohren. Also ging er mit seinem Wissen zu der von den McCanns beauftragten Detektei Metodo 3. Und diese ging der Spur nach. Der Anwalt schloss aus seinen Informationen, dass mit dem See das Reservoir Barragem do Arrade gemeint sei. Zusammen mit den Detektiven besuchte er letzten Monat die Stelle.

«Es ist der ideale Ort, um eine Leiche loszuwerden, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen», sagte der 32-jährige Correia in einem Interview mit dem portugiesischen Magazin Lux. Die Polizei teilte der Zeitschrift mit, sie hätte keine Ermittlungen eingeleitet, da ihr die Information Correias unglaubwürdig erschien.

Die portugiesische Staatsanwaltschaft hält es immer noch für möglich, dass Kate und Gerry McCann etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun haben. Liegt sie mit ihrer Annahme falsch, müssen Maddies Eltern mit dem Schlimmsten rechnen – dem qualvollen Tod ihrer Tochter. (zeb)

Ermittlungen werden verlängert

Die portugiesische Staatsanwaltschaft hat aufgrund der «ausserordentlichen Komplexität» des Falls eine Verlängerung des Ermittlungsverfahrens um drei Monate beantragt. Hintergrund ist, dass nach portugiesischem Recht ein Ermittlungsverfahren nach acht Monaten eingestellt werden muss, wenn bis dahin keine konkreten Ergebnisse vorliegen oder Anklage erhoben worden ist. Als Stichtag galt in diesem Fall der 14. Januar, weil genau acht Monate vorher ein Brite als erster Verdächtiger benannt worden war. Die portugiesische Polizei geht nach wie vor davon aus, dass das vierjährige britische Mädchen am 3. Mai 2007 in einer Ferienwohnung an der Algarve-Küste durch einen Unfall zu Tode kam und die Eltern die Leiche versteckten. (sda)

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