Verfassungsänderung geplant Tschechien will die Lizenz zum Terroristen töten

Die tschechische Regierung tüftelt an einer Verfassungsänderung. Bürgern soll es erlaubt sein, bei einem Anschlag auf Angreifer zu schiessen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Genf, Sydney, Washington Frauen marschieren gegen Trump
2 Sie kamen im Airbus Tausende Inder demonstrieren gegen 60 Schweizer Kühe
3 Trump schockierte Experten «Die radikalste Antrittsrede aller Zeiten!»

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
106 shares
21 Kommentare
Fehler
Melden

Europäische Staaten beschäftigt die Frage: Wie kann man bei einem Terroranschlag die Anzahl der Opfer möglichst klein halten? Das tschechische Innenministerium hat darauf eine radikale Antwort: Bürgern soll es erlaubt sein, bei einem Anschlag wie in Berlin oder Istanbul auf Terroristen zu schiessen. Eine entsprechende Verfassungsänderung ist in Arbeit, berichtet der englischsprachige Sender Radio Praha.

Gemäss Innenminister Milan Chovanec könne man trotz Sicherheitsvorkehrungen nicht garantieren, dass die Polizei im Falle eines Anschlags schnell und effizient reagiere. Die schnelle Reaktion eines bewaffneten Bürgers könne viele Leben retten, so Chovanec.

Parlament muss das Gesetz gutheissen

Die tschechische Republik hat bereits eines der lockersten Waffengesetze der EU. Bürger dürfen Waffen kaufen, wenn sie einen Test bestehen, über 21 und nicht vorbestraft sind. Mehr als 300’000 Personen haben eine Lizenz, über 800’000 Schusswaffen sind in Tschechien registriert.

Die Regierung hofft, die Verfassungsänderung noch vor den Wahlen im nächsten Oktober vors Parlament zu bringen – dieses müsste noch grünes Licht geben. Momentan wird die Idee kontrovers diskutiert. 

Tschechiens Präsident Milos Zeman, bekannt für seine anti-muslimische Haltung, hat die Bürger im vergangenen Juli dazu aufgerufen, als Schutz vor einem islamistischen Anschlag Waffen zu kaufen. Das löste einen regelrechten Boom im Schusswaffenverkauf aus. (rey)

Publiziert am 10.01.2017 | Aktualisiert am 10.01.2017
teilen
teilen
106 shares
21 Kommentare
Fehler
Melden

21 Kommentare
  • Patrick  Carnot 11.01.2017
    Waffen... Nicht Waffen... Mehr Sicherheitspersonal... Nicht mehr Sicherheitspersonal... Ausländer... Nicht Ausländer.... Bleibt doch beim Wesentlichen. Die Kuscheljustitz muss aufhören. Harte Strafen mit täglich harter Beschäftigung bei "Wasser u Brot", um die Abschreckung für die Täter zu erhöhen, wäre schon ein guter Schritt. Reformierung der Strafmasse(Zeit und Bestrafung) und zusätzlich rigorose Umsetztung würden schon einiges richten...
  • Elsbeth  Schmid 11.01.2017
    Bei uns dürfen nicht einmal pensionierte Polizeibeamten eine Waffe tragen, obwohl sie über 30-40 Jahre in der Handhabung ausgebildet worden sind. Wären nur diese Personen zusätzlich auf unseren Strassen unterwegs, würde ich mich sicherer fühlen. Zudem wissen diese Personen wie man eine Waffe verdeckt trägt. Aber nein, wird ein pensionierter Polizeibeamter mit einer Waffe angehalten, wird er vor Gericht gezogen. Verkehrte Welt.
  • Meier  Ernst aus Erde
    11.01.2017
    In zwei Jahren werden wir dann lesen dürfen, dass in Tschechien immer mehr Menschen wegen Falschverdächtigungen über den Haufen geschossen werden. "Der hatte einen Koffer und dort schaute ein Kabel raus". Denn, auch in Tschechien gibt es den Notwehrparagraphen, der es erlaubt, sich oder andere im Falle eines Angriffs zu wehren, im Notfall auch bis auch zum Äussersten. Aber... Es ist derzeit opportun, neue Gesetze zur Erhöhung des Sicherheitgefühls zu schaffen, was bestehende aber schon abdecken.
    • Meyer  Karl 11.01.2017
      Schon möglich Herr Meier, aber bis dahin werden wir jedes Jahr lesen wie viele Menschen durch ein LKW Attentat tot gefahren wurden. Wenn Sie mich fragen, macht das keinen Unterschied, tot ist tot.
    • Sandro  Müller 11.01.2017
      @Meyer Karl
      So ein Schmarrn! Denken Sie wirklich, dass in einem solchen Falle irgendeiner die Nerven hat, auf den Täter zuzugehen, ihn zu verfolgen, zu stellen und dann auch noch abzudrücken? Falls ja, dann ist er garantiert vor dem Abdrücken tot, denn der Täter hat einen riesen Vorteil auf seiner Seite; Skrupellosigkeit und den Willen jemanden zu töten. Ein Passant mit einer Knarre halt eben NICHT! Keine taktische Ausbildung, nix. Das ist einfach nur dumm, jedem eine Waffe in die Hand zu geben
  • Silvio  Valentino aus Winterthur
    10.01.2017
    Das wird vor allem die Selbstmordattentäter bestimmt abschrecken.
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      11.01.2017
      Im Club Bataclan waren zufällig zwei französische Polizisten in Zivil. Sie waren bewaffnet und haben einen der Attentäter innert Minuten erschossen. In diesem dichten Gedränge sind massenhaft Leute auf weniger als 3m Distanz am Attentäter. Dabei sind auch solche in seinem Rücken, die dieser nicht sieht. Das heisst, selbst Laien können einen Attentäter innerhalb von wenigen Sekunden töten, wenn sie bewaffnet sind. Das tschechische Gesetz schafft Rechtssicherheit für Notwehrhilfe-Situationen.
  • Ruth  Ruchti 10.01.2017
    Der Mann gefaellt mir. Vor ein paar jahren konnte man in den meisten Kt. einen Tragschein beantragen und eine FW legal auf sich mitfuehren. Es hat nicht halb so viele Probleme gegeben wie heute da nun diejenigen eine FW tragen die keine besitzen duerften. Ein Aktivtaeter kann sofort eliminiert und groesseren Schaden vermieden werden.
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      11.01.2017
      Im Kanton Bern brauchte es bis 1999 keinen Waffentragschein. Jeder durfte legal eine Waffe tragen.